Eine Studie der AK OÖ zeigt, dass Österreichs Unternehmen auch in der Krise prächtig an ihren Mitarbeitern/-innen verdienen. Der durchschnittliche Überschuss pro Beschäftigter/pro Beschäftigtem lag im Krisenjahr 2008 mit knapp 37.000 Euro genau so hoch wie im Spitzenjahr 2007. „Hier wird deutlich, welche Reserven es für Arbeitsplatzsicherung, Lohnsteigerungen und Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich in den Betrieben auch in der Krise gibt“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Die Arbeiterkammer hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse mittlerer und großer Unternehmen errechnet, welchen Überschuss (Differenz zwischen Wertschöpfung und Personalaufwand) diese Unternehmen pro Mitarbeiterin/pro Mitarbeiter erwirtschaften. Fazit: Pro Beschäftigter/pro Beschäftigtem blieben den Unternehmen im Jahr 2008 durchschnittlich knapp 37.000 Euro, genau so viel wie 2007. Dieser Wert liegt nominell, also ohne Inflationsbereinigung, um 53 Prozent über dem des Jahres 2003. Anders ausgedrückt: Die 2008 untersuchten Unternehmen verdienten an jeder Arbeitnehmerin/an jedem Arbeitnehmer um durchschnittlich 53 Prozent mehr als jene im Jahr 2003.
./2
Unternehmen rechtfertigen überdurchschnittlich hohe Gewinne bei gleichzeitig moderater Lohnentwicklung damit, dass in „guten Jahren“ ein entsprechender Polster zur Verbesserung des Eigenkapitals und der Liquidität aufgebaut werden müsse, um sich gegen spätere Konjunkturabschwünge zu schützen. Die Analyse der Jahresabschlüsse zeigt, dass dies in der Realität nicht oder insgesamt unzureichend erfolgte. Denn die Unternehmen schütteten die Überschüsse in immer höherem Ausmaß an die Eigentümer/-innen aus. Im Krisenjahr 2008 belasteten die gewährten Gewinnaus-schüttungen aus dem Jahr 2007 die erwirtschafteten Jahresüber-schüsse mit 137,3 Prozent – ein bisheriger Rekord!
Da der erwirtschaftete Überschuss vor allem zur Befriedigung der Kapitalinteressen der Eigentümer/-innen und nicht zur nachhaltigen Verbesserung des Eigenkapitals und der Liquidität der Unter-nehmen genutzt wurde, sind Forderungen nach weiterer Lohnzu-rückhaltung und Arbeitszeitflexibilisierung - also einer Reduktion der Überstundenzuschläge - völlig unangebracht.
Gerade die Kurzarbeit zeigt, dass Arbeitszeitverkürzung ein wirksames Mittel zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur bess-eren Aufteilung der Arbeit darstellt. Dieser Weg ist mit ent-sprechendem Lohnausgleich auch außerhalb der Krise fortzusetzen. In Betrieben mit guter Auftragslage sollen Überstunden reduziert und dadurch zusätzlichen Menschen Arbeit geboten werden.
Konzerne, Banken und Vermögende haben bisher keinen finanziellen Beitrag zur Bewältigung der Krise geleistet. Viele haben sogar davon profitiert. Die steuerschonende Gruppenbesteuerung bei Konzernen ist daher einzuschränken und eine Krisensteuer auf erhöhte Gewinnausschüttungen einzuführen.
Diese News an Freunde schicken: Arbeiterkammer OÖ