Donnerstag, 20.02.2020
Salzkammergut-Rundblick - Nachrichten für das Salzkammergut

3D-Schwarm

Verdunkeln Sie ein Auge mit einer Sonnenbrille - die Animation wird plötzlich dreidimensional.

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dann erscheint hier der blelb Spot 16


Der Pulfrich-Effekt

Die beiden unbewaffneten Augen fokussieren zun√§chst die im Gegenuhrzeigersinn auf einer Ellipse sich bewegende Kreisscheibe und lokalisieren diese beim Stereosehen in der Bildschirmebene. Nun verdunkelt der Betrachter die Sicht seines linken Auges, beispielsweise mit einem St√ľck Sonnenbrille. Die Verringerung des Lichteinfalls bewirkt eine Zeitverz√∂gerung der Wahrnehmung. Das linke Auge sendet dadurch ein etwas √§lteres Bild ans Gehirn als das rechte Auge, z.B. in der der roten Position.

Illustration zum Pulfrich - Phänomen

Die Sehstrahlen schneiden sich nun hinter dem Bildschirm und der Betrachter nimmt das Stereobild in diesem weiter entfernten Schnittpunkt wahr. Etwas sp√§ter, wenn die Scheibe sich wieder nach links bewegt, liegt der Schnittpunkt des schwarzen und des roten Sehstrahls vor dem Bildschirm und die Kreisscheibe scheint eine k√ľrzere Distanz zum Betrachter zu haben. Wenn sich die Kreisscheibe aber im Uhrzeigersinn dreht oder wenn der Betrachter den Filter vor sein rechtes Auge h√§lt, erscheint die Scheibe auf dem unteren Bahnst√ľck vorne und auf dem oberen hinten.

Wie kommt die Zeitverzögerung zustande?
Das Auge mit dem vorgesetzten Filter empf√§ngt weniger Licht. Deshalb findet eine Dunkeladaption dieses Auges statt und die Erregungsvorg√§nge laufen zeitlich verz√∂gert ab. Die physiologische Ursache f√ľr diese Zeitverz√∂gerung ist wahrscheinlich darin zu suchen, dass einige Erregungsschwellen, welche die Information vom Auge zum Gehirn passieren muss, umso sp√§ter √ľberschritten werden, je schw√§cher ein Reiz ist. Auch werden die Rezeptoren der Retina zur Steigerung der Empfindlichkeit st√§rker vernetzt, was ebenfalls mit Zeitaufwand verbunden ist. Zus√§tzlich wird die Uebertragungszeit der Bildinformation zum visuellen Kortex vergr√∂ssert, weil geringere Lichtintensit√§ten dabei in niedrigere Uebertragungsraten umgesetzt werden. Statt eines Filters vor dem einen Auge, kann man die beiden Augen auch unterschiedlich adaptieren indem man vor dem Versuch mit nur einem Auge f√ľr eine Weile in eine helle Lichtquelle schaut.
Das Pulfrich-Phänomen tritt bei einseitigen Erkrankungen des Sehnerves auch ohne die Verwendung von Filtern spontan auf und so kommt ihm eine klinische Bedeutung in Ophthalmologie und Neurologie zu.



Die optischen T√§uschungen wurden uns freundlicher Weise zur Verf√ľgung gestellt von: www.blelb.ch
Dort finden Sie auch viele weitere interessante Experimente und tolle B√ľcher.