Montag, 01.03.2021
Salzkammergut-Rundblick - Nachrichten für das Salzkammergut
 

Rund 300 Kilometer Nahrungsgrundlage für Bienen

Im Frühjahr haben das Bienenzentrum OÖ und der Maschinenring OÖ zur gemeinsamen „Blühstreifenaktion – mach mit“ aufgerufen. Ziel war es, Blühstreifen entlang von Mais und Soja anzulegen und somit Nahrungsgrundlagen für Bienen in den Monaten Juli und August zu schaffen. In dieser Zeit ist das Blütenangebot relativ gering. Jede Nahrungsinsel hat somit existentielle Bedeutung.

Nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen benötigen in der Zeit der Läppertracht, so wird das Trachtangebot von Juli bis Mitte September genannt, abwechslungsreiches und biodiversitätsreiches Nahrungsangebot. Vor allem im Hoch- und Spätsommer ist für Bienen ausreichende Nahrung wichtig, da in dieser Zeit die Jungbrut für den Winter heranwächst. Das Überleben des Bienenstockes über den Winter hängt von der Vitalität der Winterbienen ab.

„Unser Ziel haben wir anfangs niedrig gesteckt, da wir die Bereitschaft zur Anlage von Blühstreifen bzw. Blühflächen in der Bevölkerung nicht abschätzen konnten. Mit dem Maschinenring haben wir einen wertvollen Kooperationspartner gefunden. Denn für die Anlage von Blühflächen braucht es jenes Know-How und Wissen, über das der Maschinenring verfügt“, führt Petra Haslgrübler, Leiterin des Bienenzentrums OÖ, aus.

Ergebnisse der Blühstreifenaktion
Die Anlage der Blühflächen erfolgte von Ende April bis Anfang Juni. Alle Flächen, die zu Beginn der Vegetationsperiode angelegt wurden und über genügend Feuchtigkeit verfügten, haben die anhaltende Trockenperiode gut überstanden. Das Saatgut ist von höchster Qualität, allerdings verzögerte sich durch die Trockenheit und den erheblichen Unkrautdruck der Aufwuchs maßgeblich.

„Von den 255 Landwirten wurden 72,14 Kilometer einjährige Blühstreifen entlang von Mais- und Sojafeldern sowie rund 40 Hektar mehrjährige Blühflächen angelegt. Die größte Einzelfläche betrug 2,14 Hektar. Alle, die sich an der Blühstreifenaktion beteiligt haben, mussten Saatgut und die Anlage aus eigener Tasche finanzieren. Es wurde kein einziger Laufmeter gefördert. Die Bauern haben so pro Hektar Blühfläche mindestens 500 Euro investiert“, freut sich Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, über die breite Beteiligung an der Aktion.

An der Aktion beteiligten sich auch drei Firmen mit einer Blühfläche von 1,1 Hektar. Besonders Firmenareale verfügen über ein großes Potential, naturnahe Flächen zu gestalten und Blühflächen zuzulassen. Es haben zusätzlich noch sieben Gemeinden an der „Blühstreifenaktion – mach mit“ teilgenommen und 17.650 m2 Blühfläche geschaffen. Von einer Ortsbauernschaft wurden 1.400 m2 Blühstreifen entlang von Wanderwegen angelegt. Ein Wasserverband hat in Summe 1.000 m2 zu einer Blühfläche umgewandelt.

„Gerade Gemeinden können mithelfen, dass aus „öffentlichem Grün“ ein „öffentliches Bunt“ wird. Blühflächen tragen nicht nur zur Verschönerung des Ortsbildes bei, es entfallen damit auch die mehrmaligen Mähkosten und Ressourcen können anderweitig eingesetzt werden“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

„Das bestellte Saatgut wurde zu 90 Prozent ausgesät. 66 Privatpersonen haben eine Fläche von 2,16 Hektar durch den Maschinenring anlegen lassen. Viele Personen haben sich kleinere Mengen Saatgut direkt vom Maschinenring vor Ort besorgt und die Anlage selber übernommen“, erklärt Roman Braun, Leiter Agrarbetreuung beim Maschinenring OÖ.

Blick in die Zukunft
Die Anlage einer mehrjährigen Blühfläche ist bis Anfang September noch zu empfehlen. Diese kann sich im Herbst noch ausreichend entwickeln und ist durch die Feuchtigkeit im Frühling bestens mit Wasser versorgt. Die „Blühstreifenaktion – mach mit“ wird im kommenden Jahr wieder durchgeführt. Gemeinsam mit Dr. Bernhard Krautzer von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wird bereits an neuen Saatgutmischungen gearbeitet.

„Wir möchten uns bei allen bedanken die sich an der „Blühstreifenaktion – mach mit“ beteiligt haben. Die im Preis inkludierte Blühtafel kann bei den jeweiligen Maschinenringen oder im Bienenzentrum OÖ jederzeit abgeholt werden. Wir bitten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Foto der Blühfläche und Tafel zu machen und an bienenzentrum@lk-ooe.at zu schicken. Sie werden auf der neuen Homepage des Bienenzentrums www.bienenzentrum.at veröffentlicht“, erklärt Petra Haslgrübler abschließend.

Österreichisches Saatgut
Das verwendete Saatgut wurde von der Kärntner Saatbau e. Gen. bezogen, die österreichweit die einzige Saatgutfirma ist, die über regional zertifiziertes Saatgut in größeren Mengen verfügt. Den Projektverantwortlichen war es wichtig, die Herkunft des Saatgutes zu kennen und die österreichische Saatgutproduktion zu unterstützen. Dieses wird nach speziellen Kriterien in den verschiedensten Herkunftsregionen Österreichs gesammelt und von Landwirten aus Oberösterreich und Niederösterreich vermehrt. Regionales Saatgut ist kostbar und steigert die heimische Biodiversität. Unsere Honig- und Wildbienen, ebenso wie alle anderen pflanzenbestäubenden Insekten sind vor allem auf regionale Pflanzenarten spezialisiert.
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Bienenzentrum OÖ

Verweise:

www.bienenzentrum.at

 


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