Sonntag, 17.01.2021
Salzkammergut-Rundblick - Nachrichten für das Salzkammergut
 

Umweltkriminalfall Ohlsdorf – Maßnahmen zur Beseitigung der Pestizidbelastung in der
kontaminierten Baurestmassendeponie

In der Umgebung von Ohlsdorf wurden im Jahr 2014 Verunreinigungen des
Grundwassers durch Pestizide festgestellt, die sich in der Folge vor allem in der
Baurestmassedeponie II der Asamer Kies- und Betonwerke GmbH wiederfinden
ließen.

Mit den behördlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bestehend aus der
Einstellung der Versickerung der Deponiesickerwässer (angeordnet im November
2014), der Abdeckung der Deponie (angeordnet im November 2014) und einer
Reinigung der Sickerwässer über einen Aktivkohlefilter (Bescheide vom Mai 2015
und Juni 2017) konnte eine weitere Kontaminierung des Grundwassers definitiv
und nachhaltig verhindert werden.

In der Folge wurde die Deponieinhaberin verpflichtet, ein Konzept zur Beseitigung
der Pestizidbelastung in der Deponie zu erstellen. Die Durchführung der dadurch
erarbeiteten erforderlichen Maßnahmen wurde nun mit Bescheid aufgetragen.
Durch eine gezielte Auswaschung des betroffenen Deponiekörpers und
nachfolgender Reinigung der Sickerwässer wird die Pestizidbelastung
weitgehend beseitigt. Danach soll der Deponiekörper permanent abgedeckt
werden, um eine künftige Gefährdung des Grundwassers durch die Deponie
auszuschließen.

Die illegale Einbringung der Pestizide in die Deponie war Gegenstand eines
strafrechtlichen Verfahrens. Zuletzt sind im Sommer 2020 gegen zwei Personen
Schuldsprüche ergangen. Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig.
Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder: „Die illegale Deponierung von Pestiziden in
Ohlsdorf führt uns auch vor Augen, wie gefährlich diese Chemiecocktails für uns
werden können. Es ist absolut notwendig EU-weit strengere
Zulassungsbestimmungen für Pestizide zu erlassen und ich begrüße das von der EU-Kommission gesetzte Ziel zur Halbierung bis 2030. Der aktuelle PestizidCocktail, der Böden und Wasser durchdringt, muss ein Ende haben! Der erneut
aufgetretene Fall in Ohlsdorf zeigt, dass der Einsatz von chemisch-synthetischen
Pflanzenschutzmitteln nicht nur in Bezug auf unsere Artenvielfalt, auf Bienen,
Schmetterlinge und Co fatale Auswirkungen haben kann, sondern auch direkt auf
die menschliche Gesundheit. Wir müssen uns langfristig für eine Landwirtschaft
einsetzen, die ohne diese Gifte auskommt und die gefährlichsten sofort verbieten.
Und wir müssen die Vielfalt wieder auf unsere Felder und Äcker einziehen lassen,
wenn wir unsere Ernährung mit gesunden Produkten und sauberem Wasser auch
in Zukunft sichern wollen.“

Robert Pree, Geschäftsführer der Asamer Kies- und Betonwerke, ergänzt: „Wir
sind Opfer eines Unternehmens, das illegal kontaminiertes Material in unserer
Deponie entsorgt hat. Wir haben aber selbst das größte Interesse, dass unsere
Baurestmassendeponie ordnungsgemäß geführt wird. Daher haben wir die
Sanierungsmaßnahmen gemeinsam mit den Expertinnen und Experten des
Landes erarbeitet. Betreffend der Kosten werden wir uns am Verursacher
schadlos halten.“

Grundwassersituation aktuell
Die bisherigen Ergebnisse der Grundwasserbeweissicherung zeigen, dass
mit den von der Behörde verfügten Maßnahmen ein weiteres Austreten von
Pestiziden aus der Deponie verlässlich unterbunden wurde und auch das
Grundwasser als weitgehend saniert anzusehen ist.
Dennoch wird das Grundwasser im Abstrom der Baurestmassendeponie
Ohlsdorf II vierteljährlich durch den Sachverständigendienst der Abteilung
Wasserwirtschaft überprüft, nachdem die Analysen zuvor im Auftrag der
Asamer Kies- und Betonwerke GmbH vom Labor Wruss durchgeführt
wurden.

An der Messstelle As29 – Sonde 16 wurde seit 2017 kein Pestizidgehalt über
der Bestimmungsgrenze detektiert. An der Messstelle As09 – Sonde 2 neu,
welche in zwei unterschiedlichen Tiefen beprobt wird, gab es im Dezember
2018 einen Wert für den Parameter Clopyralid, der mit 0,31 µg/l über der Bestimmungsgrenze lag. In der darauffolgenden Untersuchung im März
2019 konnte aber die Vermutung bestätigt werden, dass es sich dabei nur
um ein vorübergehendes Ereignis aufgrund einer kurzzeitigen Auswaschung
von Rückständen aus dem Untergrund handelte.

Als Service für die Gemeinde Ohlsdorf wurde vom Land Oberösterreich auch
immer wieder der Brunnen Aupointen untersucht, seit Ende 2017 auch drei
von der Gemeinde errichtete Sonden im Zustrom des Brunnens. Dabei
wurde seither keinerlei Spur von Clopyralid festgestellt.
Man kann davon ausgehen, dass keine anhaltende Beeinträchtigung von
Wasserversorgungsanlagen durch die in den Jahren 2013 und 2014 erfolgte
Grundwasserverunreinigung vorhanden ist. Die Beobachtungen werden
selbstverständlich weitergeführt.

Umsetzung der Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen
Als erster Schritt auf dem Weg der Sanierung wurde mit Bescheid vom
September 2015 eine Detailuntersuchung der Deponie angeordnet, mit dem
Ziel festzustellen, ob und welche Kontaminationen, die allenfalls
Umweltgefährdungen auslösen könnten, im Schüttkörper vorhanden sind.

Der Abschlussbericht zu den Detailuntersuchungen wurde an die Behörde
übermittelt und in der Folge von den von der Behörde beigezogenen
Amtssachverständigen gutachtlich bewertet. Dabei wurde im Ergebnis ein
konkreter Sicherungs- und Sanierungsbedarf festgestellt.
In der Folge hat die Fa. Asamer einen ersten Vorschlag für dauerhafte
Sicherungsmaßnahmen vorgelegt. Die Prüfung durch die
Amtssachverständigen hat ergeben, dass vor einer Entscheidung zur
Realisierung eines bestimmten Sicherungs-/Sanierungsprojekts
insbesondere das Abbauverhalten der Pestizide und die damit verbundene
Umweltgefährdung einer näheren Betrachtung bedarf, weil dazu nur sehr
wenig Fachwissen vorliegt

Aus diesem Grund vergab das Amt der Oö. Landesregierung zur möglichst
objektiven und fundierten Klärung eine externe Expertise zur Bewertung des
Schadensbildes, des künftigen Schadenspotentials sowie insbesondere
möglicher Szenarien bei der Entwicklung der Schadstoffbelastung über
einen längeren Zeitraum. Nach Vorliegen der Expertise erging im Juli 2018
eine Verfahrensanordnung an die Fa. Asamer, mit der die Vorlage
geeigneter Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen durch die Behörde
eingefordert wurde.

In Umsetzung dieser Anordnung wurde durch die Fa. Asamer im Jahr 2019
ein technisches Konzept vorgelegt. Nach der erfolgten fachlichen
Beurteilung durch die Amtssachverständigen konnte nun ein
Auftragsbescheid erlassen werden, mit dem die verpflichtende Durchführung
der Maßnahmen zur Beseitigung der Pestizidbelastung angeordnet wurde.
Von der Behörde wurden dabei Sanierungsziele, Fristen und strenge
Umweltschutzauflagen vorgegeben. Ziel ist es, das Sickerwasser der
Deponie gezielt zu erfassen und zu reinigen, um eine Verunreinigung des
Grundwassers nachhaltig zu verhindern.

Konkret soll der Schadstoffaustrag aus dem Schüttkörper mit Hilfe einer
künstlichen oberflächennahen Bewässerungsanlage beschleunigt werden.
Der für die Auswaschung bzw. den Schadstoffaustrag erforderliche
Wassereintrag soll mit Hilfe von Tropfbewässerungsleitungen erfolgen. Das
Wasser wird sodann wie bisher über eine Aktivkohlefilteranlage gereinigt und
fachgerecht entsorgt. Die Sanierung ist über einen Zeitraum von zehn Jahren
zu betreiben.

Zur Klarstellung wird angemerkt, dass die aktuelle
Grundwasserverunreinigung im Gebiet der Aurachrinne in keinem
Zusammenhang mit der Baurestmassendeponie in Ohlsdorf steht.

Zusammenfassend kann daher festgestellt werden:
- erste Geruchsbelastungen des Ohlsdorfer Wassers im Jahr 2014 wurden
von der Behörde ernst genommen
- nach umfassenden Erhebungen und der Beiziehung externer
Expert/innen konnte die Ursache festgestellt werden
- durch sofortige Maßnahmen, wie Abdeckung der Deponie und
Abstoppen der Versickerung konnten weitere Belastungen gestoppt
werden
- das Sickerwasser der Deponie wird derzeit gereinigt und fachgerecht
entsorgt
- das Grundwasser im Bereich der Deponie entspricht den gesetzlichen
Anforderungen, selbiges gilt für die Wasserversorgungsanlagen
- die Sanierungsmaßnahmen wurden nach intensiver technischer
Auseinandersetzung nun aufgetragen und werden demnächst
durchgeführt
- diese Maßnahmen werden in den nächsten Monaten vorbereitet und
über einen Zeitraum von 10 Jahren betrieben
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Oö. Landeskorrespondenz

 


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