Montag, 24.02.2020
Salzkammergut-Rundblick - Nachrichten für das Salzkammergut

Trickreiche Quadrate

Lagetäuschung

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Ein dem Quadrat unterlegter, pulsierender Schatten gen√ľgt, um die Illusion einer Bewegung zu erzeugen. Der sich vergr√∂ssernde Schatten macht nur dann einen Sinn, wenn das Quadrat sich vom Untergrund abhebt. Was aus Erfahrung sinnvoll erscheint, ist nicht immer das, was sich in Wirklichkeit abspielt.


Größentäuschung

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Unser Sehsystem enth√§lt unter anderem Nervenzellen, welche als Bewegungs-detektoren wirksam sind. Die Wahrnehmung von Bewegung, Form und Gr√∂sse ist gekoppelt. Das zweite rote Quadrat scheint schwarze Linien auszusenden und bl√§ht sich dabei ein wenig auf. Im neuronalen Netzwerk der Nervenzellen im Grosshirn treten Erregungsvorg√§nge stets in Kombination mit entsprechenden hemmenden Vorg√§ngen auf. Bei l√§ngerer Bildbetrachtung fallen beide in einen station√§ren Zustand. Wenn dann anschliessend der Bewegungsvorgang gestoppt wird, arbeiten nur noch die hemmenden Zellen einige Sekunden weiter. Die schwarzen Linien scheinen dann samt dem roten Quadrat zu schrumpfen, bis die anf√§ngliche Konditionierung sich aufgel√∂st hat. Der ganze Film spielt sich nicht auf der Netzhaut, sondern im Grosshirn ab. Zum Beweis kann man mit einem Auge 30 Sekunden lang bis zum Filmstopp beobachten und mit dem andern anschliessend den Nacheffekt wahrnehmen. Interessant ist, dass eine Ruhepause mit geschlossenen und beiden H√§nden verdeckten Augen von beispielsweise 10 Minuten Dauer zwischen dem Bewegungsstopp und dem beobachtbaren Nacheffekt eingeschoben werden kann. Das langsame Aufl√∂sen der Konditionierung setzt somit ein aktives Sehen oder mindestens einen Lichteinfall in die Augen voraus. Wenn die schwarzen Linien vom roten Quadrat absorbiert statt emittiert werden, verkleinert sich das Quadrat in der Bewegungsphase und bl√§ht sich nach dem Filmstopp samt allen Linien f√ľr kurze Zeit auf [2].


Farbtäuschung

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Dieses Quadrat hat in Wirklichkeit eine konstante rote Farbe. Die Umgebung beeinflusst jedoch die Farbwahrnehmung. Dieses Ph√§nomen ist seit dem 18. Jh. bekannt und heisst simultaner Farbkontrast. In der Textilbranche sind alle unerw√ľnschten Farbver√§nderungen dieser Art ein Problem. Ein Faden kann seine Farbe und seine Leuchtdichte im Gewebe scheinbar √§ndern. Wilhelm von Bezold hat sich intensiv mit den negativen und positiven Folgen auseinandergesetzt [1]. Diese T√§uschung ist auf die laterale Hemmung zwischen benachbarten Nervenzellen des visuellen Systems zur√ľckzuf√ľhren und scheint in der Evolution positive Auswirkungen gehabt zu haben. Die Farbe von roten Beeren beispielsweise verschiebt sich in Richtung der Gegenfarbe ihrer Umgebung. Die Leuchtdichte nimmt zu, falls die Umgebung dunkel ist. Diese Verst√§rkung des Farb- und Helligkeitskontrastes soll den Hominiden das Sammeln erleichtert haben. Die Farb- und Helligkeitst√§uschungen sind am dritten roten Quadrat gut zu beobachten. Zus√§tzlich finden scheinbare kleine Gr√∂ssen√§nderungen statt.


Formtäuschung


Die pulsierende Umgebung dieses Quadrates scheint den Rand zu kr√ľmmen. Mit zunehmender Betrachtungsdistanz verst√§rkt sich diese T√§uschung, welche Fraser-Effekt genannt wird.


Bewegungstäuschung

Klicken Sie ins Bild, um das rote oder die grauen Quadrate zu rotieren. Beobachten Sie die scheinbare Größenänderung des roten Quadrates.

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Unser Gehirn verf√ľgt √ľber Bewegungsdetektoren welche die Geschwindigkeiten einzelner Bildpunkte registrieren. Die Punkte am Rand des rotierenden roten Quadrates haben zwei Geschwindigkeitskomponenten. Eine ist parallel zum Rand und die andere senkrecht dazu. Die erste kann das Gehirn nicht registrieren, falls die Ecken des Quadrats verdeckt sind und das Quadrat am Rand keine Struktur hat. Die √ľbrigbleibende zweite Komponente widerspricht der Starrk√∂rperbewegung des Quadrates und bewirkt die Illusion des Wachsens und Schrumpfens [2]. Nach einem Klick ins Bild bleibt das rote Quadrat stehen, und der graue Vordergrund dreht sich gegenl√§ufig. Die Bewegungst√§uschung wird dadurch stark reduziert, obwohl sich weder an der Relativbewegung noch an der Geometrie etwas ge√§ndert hat.

Literatur:
[1] Bezold, W. v. 1874
Die Farbenlehre. (Braunschweig: Westermann).
[2] Campenhausen, CH. v. 1993
Die Sinne des Menschen
Stuttgart und New York, Georg Thieme Verlag



Die optischen T√§uschungen wurden uns freundlicher Weise zur Verf√ľgung gestellt von: www.blelb.ch
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