Samstag, 22.01.2022
Salzkammergut-Rundblick - Nachrichten für das Salzkammergut
 

Das Sterben ist auch nicht mehr das, was es einmal war

Die Corona-Pandemie hat vieles in unserem Leben verĂ€ndert. An vieles haben wir uns mittlerweile gewöhnt, manche Einschnitte schmerzen aber besonders. Die Maßnahmen beschrĂ€nken uns nicht nur in unserem tĂ€glichen Leben, sondern haben auch Auswirkungen auf unsere letzte Lebensphase, das Sterben. Doch was hat sich beim Sterben und bei der Begleitung von Sterbenden in der letzten Zeit verĂ€ndert?

Ein Krankenhaus ist eine Gesundheitseinrichtung, in der Menschen medizinisch-pflegerisch behandelt und im besten Fall geheilt werden. Doch nicht immer ist Heilung möglich. Mag. Thomas Wienerroither ist Klinischer Psychologe am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck. Er betreut Patientinnen und Patienten, die an einer weit fortgeschrittenen oder unheilbaren Erkrankung leiden, hĂ€ufig auch Menschen in der letzten Phase ihres Lebens. Die geltenden Rahmenbedingungen haben diesen Moment fĂŒr die Sterbenden, die Angehörigen und das Klinikpersonal nicht leichter gemacht. Vor allem die Schutzmasken stellen eine vorher nicht gekannte Barriere dar.

Maske reduziert die Möglichkeiten der Kommunikation
„In der Phase des Abschiednehmens ist es wichtig, in kurzer Zeit eine tragfĂ€hige und vertrauensvolle Beziehung mit den betroffenen Personen aufzubauen. Wenn man von seinem GegenĂŒber aber nicht gesehen wird, weil das Gesicht von einer Maske verdeckt wird, ist das nicht so einfach“, erklĂ€rt Thomas Wienerroither. Aber auch die Kommunikation ist durch das notwendige Tragen der Masken eingeschrĂ€nkt.


„Eine Kollegin hat einmal zu mir gesagt: ‚Seitdem wir die Maskenpflicht haben, höre ich so schlecht.‘ Und das ist genau der Punkt. Wir dĂŒrfen nicht vergessen, dass wir zum weit ĂŒberwiegenden Teil nonverbal miteinander kommunizieren. Das heißt, wir achten unbewusst auf die Mimik, wie jemand schaut, ob unsere GesprĂ€chspartnerin bzw. unser GesprĂ€chs-partner den Mund verzieht oder zu einem LĂ€cheln formt. Die Schutzmaske deckt aber bis zu zwei Drittel unseres Gesichts ab. Das reduziert die Möglichkeit, Botschaften zu senden und Reaktionen zu erkennen, massiv“, so Wienerroither.

Ohne Worte: Auch Körpersprache ist Sprache
Die wahrnehmbare körperliche Interaktion beschrĂ€nkt sich nicht nur auf die Mimik alleine. Auch das Fehlen alltĂ€glicher körperlicher Gesten und Kontaktaufnahmen, wie beispielsweise ein HĂ€ndedruck zur BegrĂŒĂŸung oder Verabschiedung, erweist sich in der psychologischen Arbeit als erschwerend, weil damit einerseits viel an Information ĂŒber den Menschen verloren geht, andererseits die Möglichkeiten, Menschen in besonders belastenden Situationen Halt zu geben, reduziert sind. Die geltenden ZugangsbeschrĂ€nkungen in den SpitĂ€lern limitieren die Kontakte zusĂ€tzlich stark.

DarĂŒber spricht man nicht
Das Sterben hat sich nicht erst mit oder seit Corona verĂ€ndert. „Tod und Sterben sind in unserer modernen digitalisierten Welt die meisttabuisierten Themen, genauso wie die Trauer. WĂ€hrend man seine Trauer vor 40, 50 Jahren noch öffentlich zeigen durfte, zum Beispiel in Form von Ritualen wie dem Tragen einer Trauerschleife, ist diese Trauer mittlerweile aus der Öffentlichkeit verbannt worden. Leid und Schmerz wird heute kein Raum mehr gegeben, diese Themen werden wegrationalisiert und institutionalisiert. Wenn man Menschen fragt, wo sie sterben möchten, sagen drei Viertel zu Hause, wir wissen aber, dass rund drei Viertel in Institutionen sterben“, sagt Thomas Wienerroither.

Manchmal darf’s auch ein Witz sein
Durch das VerdrĂ€ngen wird der Umgang mit dem Sterben und den Sterbenden fĂŒr alle zusehends schwieriger, und kaum jemand weiß, wie man sich in einer solchen Situation richtig verhĂ€lt.

Der Experte hat dafĂŒr einen einfachen Verhaltenskodex parat: „Am Ende des Lebens, wenn die Autonomie verloren geht und man auf fremde Hilfe angewiesen ist, ist es umso wichtiger, dass jede und jeder Sterbende trotz der Not ein Recht auf NormalitĂ€t und auf wĂŒrdevolle Rahmenbedingungen hat. In einer solchen Situation geht es nicht darum, dass etwas gut wird, sondern dass etwas besser aushaltbar wird. Mit Trauermienen ist da niemandem geholfen. Und manchmal, sofern es die Situation erlaubt, darf auch ĂŒber einen Witz oder eine lustige Alltagssituation gelacht werden, um das Leid zu lindern.“
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