20 Jahre Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck

Auch 20 Jahre nach der Eröffnung des neuen Salzkammergut Klinikums Vöcklabruck zählt das Klinikum immer noch zu den fortschrittlichsten Einrichtungen, die medizinische und pflegerische Leistungen auf höchstem Niveau bietet. (Fotocredit: OÖG,
Auch 20 Jahre nach der Eröffnung des neuen Salzkammergut Klinikums Vöcklabruck zählt das Klinikum immer noch zu den fortschrittlichsten Einrichtungen, die medizinische und pflegerische Leistungen auf höchstem Niveau bietet. (Fotocredit: OÖG,

VÖCKLABRUCK. Nach nur drei Tagen Übersiedelungszeit hat das neu errichtete Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck (damals Landeskrankenhaus Vöcklabruck) am 10. Oktober 2004 seinen Betrieb aufgenommen. Das auf der grünen Wiese zur Gänze neu errichtete Gebäude galt lange Zeit als eines der modernsten Spitäler Europas. Auch 20 Jahre nach der Eröffnung zählt das Salzkammergut Klinikum (SK) Vöcklabruck noch zu den fortschrittlichsten Häusern, in dem medizinische und pflegerische Leistungen auf höchstem Niveau geboten werden.

Am 22. März 2000 wurde auf einem 78.000 Quadratmeter großen Areal am Schöndorfer Plateau der Spatenstich gefeiert. Gegenüber dem alten Haus in der Hans-Hatschek-Straße sollte das neue Krankenhaus zahlreiche strukturelle, quantitative und qualitative Veränderungen und Verbesserungen aufweisen. Das medizinische Angebot wurde durch neue Abteilungen erweitert, auch die Behandlungskapazitäten und die Bettenzahl wurden laufend erhöht.

So werden 2024 im Vöcklabrucker Klinikum wieder an die 27.000 Patientinnen und Patienten stationär betreut und mehr als 121.000 Belagstage, ca. 11.000 Operationen im Zentral-OP und 325.000 ambulante Frequenzen zu Buche schlagen. Rund 1.100 Babys erblicken jährlich im Klinikum Vöcklabruck das Licht der Welt.

Meilenstein für die Zukunft

Der Neubau des heutigen Salzkammergut Klinikums Vöcklabruck war zur damaligen Zeit ein wesentlicher Bestandteil einer großen Modernisierungsoffensive in den oberösterreichischen Spitälern und wurde von der LKV Errichtungs- und Vermietungs-GmbH umgesetzt.

Innerhalb eines Jahrzehnts wurden insgesamt 1,5 Milliarden Euro investiert, 344 Millionen davon sind in die Errichtung des Vöcklabrucker Spitals geflossen. „Wir arbeiten dafür, dass die OÖ Gesundheitsversorgung gut und stark bleibt - gerade, weil wir wissen, dass immer mehr Menschen immer älter werden. Denn: Gesundheit ist unser höchstes Gut. Gesundheitsversorgung daher unser wichtigster Auftrag. Um das auch in Zukunft gewährleisten können, muss die Politik mutige Entscheidungen treffen. Eine solche war die Entscheidung für eine komplette Neuerrichtung des Krankenhauses. Dies war und ist für die Region von immenser und nachhaltiger Bedeutung und hat sich eindeutig als richtig erwiesen. Die Entwicklung des Standortes sowie des Leistungsangebots in den vergangenen 20 Jahren sind ein eindeutiger Beleg dafür. Mein Dank gilt insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dieses Haus nun schon seit zwei Jahrzehnten mit Leben füllen und sich Tag für Tag dafür engagieren, damit die Menschen in der Region bestmöglich medizinisch versorgt sind. Als Land Oberösterreich wollen wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass auch die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür gegeben sind. Denn unser Ziel ist es, dass alle Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher gut und gesund leben können. Wir machen damit deutlich: Auf Oberösterreich ist und bleibt Verlass“, sagt Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stv.in Mag.a Christine Haberlander.

Neubau stärkt regionale Versorgung

„Der Bau des Spitals vor 20 Jahren war und ist ein klares Bekenntnis für eine dezentrale Verankerung einer breiten und umfassenden Gesundheitsversorgung abseits der Ballungszentren. Für uns, als Gesundheitsholding, ist dieses Bekenntnis heute ein klarer Auftrag, den wir durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung auch gerne in die Zukunft tragen. Dafür stehen uns bestens ausgebildete und hoch engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedenster Berufsgruppen zur Verfügung, denen mein besonderer Dank gilt“, sagt Mag. Dr. Franz Harnoncourt, Vorsitzender der Geschäftsführung der OÖ Gesundheitsholding.

Ständige Weiterentwicklung

Das neue Krankenhaus hat zu Beginn über elf Abteilungen, fünf Institute (Radiologie, Anästhesie, Pathologie, Labordiagnostik und ab 1.1.2005 die Physikalische Medizin) sowie 537 Betten verfügt. Mit den Abteilungen für Pulmologie, Neurologie und Psychiatrie wurden drei Fachrichtungen neu in Vöcklabruck etabliert. Neben dem Krankenhaus wurden auch noch das medizinische Ausbildungszentrum, ein EDV-Kompetenzzentrum, eine Tiefgarage sowie die Rot-Kreuz-Zentrale des Bezirks als eigenständiges Projekt errichtet. Laufende Erweiterungen, wie der Bau des Strahlenzentrums mit den Instituten für Nuklearmedizin und Radiotherapie (2008), die Etablierung des Brustzentrums (2015) oder die Errichtung eines Bauteils zur Unterbringung der Kinder- und Jugendpsychosomatik/-psychiatrie (2021) folgten. „Mit unseren tollen Rahmenbedingungen können wir in der Region Medizin und Pflege auf höchstem Niveau anbieten. Als Salzkammergut Klinikum gehören wir zu den zehn größten und führenden Einrichtungen in Österreich. Wir tragen somit eine sehr verantwortungsvolle Rolle - Vöcklabruck als Schwerpunktversorger hat hier eine zentrale Bedeutung. 2.000 Kolleginnen und Kollegen stehen für uns als Bevölkerung rund um die Uhr zur Verfügung, um zu heilen, zu helfen und zu begleiten“, sagt der Ärztliche Direktor des Salzkammergut Klinikums, Dr. Tilman Königswieser.

Neben dem hochqualifizierten Personal braucht es für die Erbringung von medizinisch-pflegerischen Leistungen auf hohem Niveau auch eine entsprechend moderne Ausstattung. Das Klinikum zählt dabei zu den top ausgestatteten Spitälern in Österreich. „Erst vor kurzem wurde die Radiotherapie mit neuen Linearbeschleunigern ausgestattet, u.a. stehen zwei Magnetresonanztomografen, Computertomografen, ein PET CT, eine moderne Laborstraße oder der DaVinci Operationsroboter für spitzenmedizinische Leistungen zur Verfügung. In den nächsten Jahren stehen weitere Überlegungen, wie die Schaffung eines Mutter-Kind-Zentrums (Family Center), der Ausbau der Intensivmedizinischen Überwachung oder die Modernisierung des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation auf dem Programm“, sagt die stellvertretende Kaufmännische Direktorin, Sabine Kastenhuber.

Optimale Arbeitsbedingungen für die Pflege im neuen Haus

Nicht nur Sabine Kastenhuber, auch Pflegedirektorin Renate Nobis, MAS war zur Zeit des Neubaus bereits lange im Krankenhaus Vöcklabruck tätig. Zwar nicht in ihrer heutigen Funktion, aber als Stationsleiterin der Abteilung Neurologie und der dazugehörigen Stroke Unit wusste Renate Nobis die enormen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen speziell für die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege mehr als zu schätzen. „Die Vorfreude auf das neue Haus und die modern eingerichteten Räumlichkeiten war sehr groß. Die Siedlungstage waren voller Tatendrang und hoher Erwartungen, welche auch erfüllt wurden“, erinnert sich Renate Nobis zurück. Vor allem die im Zuge der Modernisierung zu erwartenden Erleichterungen für das Pflegepersonal stimmten optimistisch: „Mit dem Umzug wurde auch ein Versorgungsdienst etabliert, welcher Lieferungen jeglicher Art (Medikamente, Lagerwaren etc.) und Abtransporte in das Labor, die Pathologie oder die sterile Aufbereitung durchgeführt hat. Das erspart uns seither viele Wege für die Pflege.“

Zusätzlich waren die Modernisierungen im Bereich des PatientInnentransportes mit IT-Unterstützung eine große Aufwertung; ebenso die damals neu angeschafften modernen Betten, welche hydraulisch höhenverstellbar waren und eine wesentliche Erleichterung für die pflegerischen Tätigkeiten an den PatientInnen darstellten. Im Zuge des Neubaus wurden viele andere Behelfe, wie neue Mobilisierungssessel, diverse Lagerungsmittel und höhenverstellbare Liegen angeschafft.

Mit der Übersiedelung in das neue Haus wurde auch die Bettenreinigung von der Pflege ausgelagert. Die geringere Bettenanzahl pro Zimmer (statt 6-Bett-Zimmer auf 2- und 4-Bett-Zimmer) waren nicht nur für das Personal, sondern auch für die PatientInnen ein großer Gewinn. Funktionsbereiche mit modernsten Standards, wie Intensivstationen oder OP-Einheiten waren beispielhaft für andere Spitäler. „Persönlich denke ich gerne an die ersten Tage im neuen Krankenhaus zurück. Man konnte viel gestalten und gemeinsam mit den anderen Berufsgruppen Prozesse im eigenen Bereich festlegen“, so Pflegedirektorin Renate Nobis.

Das neue Spital als Sensation

Nach rund vier Jahren Bauzeit wurde das neue Krankenhaus am Schöndorfer Plateau im Herbst 2004 seiner Bestimmung übergeben. Dass die Bevölkerung großes Interesse an dem neuen Spital hatte, verdeutlichten die enorm hohen Besucherströme vor der Inbetriebnahme. Im September 2004 war die Öffentlichkeit eingeladen, sich das Krankenhaus anzusehen, bevor der reguläre Krankenhausbetrieb aufgenommen wurde. An drei Tagen kamen rund 16.000 BesucherInnen und spazierten durch die nagelneue Spitalslandschaft, um sich ein Bild zu machen. Für Anfang Oktober war die eigentliche Übersiedelung der Abteilungen, Stationen und Personen angesetzt. Am heikelsten war dabei der PatientInnentransport, der am 8. und 9. Oktober 2004 schneller als ursprünglich gedacht erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Übersiedelung im laufenden Betrieb als große Herausforderung

„Die Übersiedelung des kompletten Spitals war generalstabsmäßig organisiert und eine große logistische Herausforderung“, erinnert sich Sabine Kastenhuber an die Zeit zurück. „Ab den frühen Morgenstunden des 8. Oktober 2004 waren 95 Rettungssanitäter vom Roten Kreuz mit insgesamt 9 Rettungsfahrzeugen im Einsatz. Im alten Krankenhaus, das im Jahr 2006 gesprengt wurde, haben ÄrztInnen und Pflegepersonal die PatientInnen vorbereitet, am neuen Standort wurden die PatientInnen bereits wieder von den Teams empfangen“. Für den Transport wurde von der Leitstelle eine eigene Funkfrequenz eingerichtet. Mit Rettungsfahrzeugen aus allen Ortsstellen im Bezirk wurde die Übersiedelung dann schneller bewältigt als erwartet. Eine besondere Herausforderung war dabei der Transport der IntensivpatientInnen samt EKG, Beatmungsmaschine und intensivmedizinischer Geräte. Mit einem Spezialfahrzeug aus Innsbruck wurden die PatientInnen ohne Umlagern ins neue Krankenhaus transportiert. Am Samstag zu Mittag (9. Oktober) war die gesamte Übersiedlung abgeschlossen. Bereits am Sonntag kam das erste Baby im neuen Krankenhaus zur Welt. Mit 11. Oktober 2004 startete der Krankenhausalltag schon wieder voll im neuen Haus am Schöndorfer Plateau.

Im Anschluss aufgelistet ein paar Daten zum Neubau:

1993: Grundsatzbeschluss der OÖ Landesregierung zur Errichtung eines Neubaus
1994: Widmung eines Grundstückes am Schöndorfer Plateau für den Neubau
2000: Baubeginn
2001: Fertigstellung Rohbau
2004: Inbetriebnahme

Gesamtkosten rund 344 Millionen Euro
Nutzfläche 35.000 m2
Umbauter Raum 320.000 m3
Verlegte Kabel 3.000 km
Verbauter Stahl 5.000 Tonnen
Verbauter Beton 55.000 m3

Weitere Meilensteine:

2006: Eröffnung Palliativstation
2007: Eröffnung dreigeschossige Tiefgarage und Rechenzentrum
2008: Eröffnung Strahlenzentrum
2011: Eröffnung der neuen Stroke Unit
2014: Zusammenführung der Standorte Bad Ischl, Gmunden und Vöcklabruck zum Salzkammergut Klinikum
2015: Eröffnung des Brustzentrums Salzkammergut und 1. Einsatz des neuen Da-Vinci-Operationsroboters
2017: Inbetriebnahme eines zweiten MRT (Magnetresonanztomographen)
2018: Einführung der ganzjährigen Kinderbetreuung am SK Vöcklabruck in Kooperation mit dem Verein „Aktion Tagesmütter OÖ“
2021: Eröffnung eines Zubaus, in dem die Dialysestation, Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/–somatik sowie die Werkstätte für Medizin- und Haustechnik untergebracht sind. Modernisierung der Laborstraße
2022: Erweiterung der Zentralen Ambulanten Erstaufnahme (ZAE)
2023: Auszeichnung als erstes Krankenhaus Österreichs mit dem ERAS-Zertifikat, einem speziellen Behandlungskonzept, das die Heilung nach Operationen beschleunigt
2024: Inbetriebnahme zweier neuer Linearbeschleuniger für die Krebsbehandlung

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