Internationale Ramsar-Auszeichnung für drei Moore im Salzkammergut

40. RAMSAR-Tagung in Bad Aussee mit Vertretern des Landes Steiermark, der ÖBf, des RAMSAR-Kommitees, des BML und des Naturschutzbundes (c) Land Steiermark/C. Mairhuber
40. RAMSAR-Tagung in Bad Aussee mit Vertretern des Landes Steiermark, der ÖBf, des RAMSAR-Kommitees, des BML und des Naturschutzbundes (c) Land Steiermark/C. Mairhuber

Neu ausgewiesenes Ramsar-Gebiet auf Flächen der Bundesforste – Langjähriges, partnerschaftliches Moorschutz-Engagement im steirischen Salzkammergut

Die drei Moore „Flecklmoos“, „Zlaimmöser Moore“ und „Miesbodensee“ im Ausseerland zählen mit der Ausweisung als Ramsar-Gebiete ab sofort zu den international bedeutenden Feuchtgebieten. Die Flächen befinden sich im Eigentum der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), die sich seit Jahrzehnten gemeinsam mit dem Land Steiermark aktiv für den Schutz und die Erhaltung dieser sensiblen Lebensräume einsetzen. Maßgebliche Vorarbeiten für die Auszeichnung wurden mit Unterstützung des zuständigen Bundesministeriums im Rahmen des EU-geförderten LIFE+-Projekts im Bad Mitterndorfer Becken geleistet.

Die Ramsar-Konvention ist ein internationales Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten. Sie wurde 1971 in Ramsar im Iran beschlossen und mit der Zeit von 172 Staaten unterzeichnet. „Diese Auszeichnung ist eine wertvolle Anerkennung und Bestätigung für unseren Weg. Das wichtigste Ramsar-Prinzip ist der sogenannte wise use, wonach der Erhalt und die nachhaltige Nutzung Hand in Hand gehen. Genau das leben wir bei den Bundesforsten seit Jahrzehnten: Als größter Naturraumbetreuer im Inneren Salzkammergut verbinden wir nachhaltige Bewirtschaftung mit ökologischer Verantwortung“, so Martin Stürmer, Leiter des ÖBf-Forstbetriebs Inneres Salzkammergut. Mit dem neuen Ramsar-Gebiet im steirischen Salzkammergut sind nun österreichweit elf von insgesamt 24 Ramsar-Gebieten auf Flächen der Bundesforste ausgewiesen.

150 Hektar Moor-Vielfalt

Die drei neu ausgezeichneten Ramsar-Moore befinden sich in der Region Dachstein–Totes Gebirge und umfassen insgesamt rund 150 Hektar. Sie zeichnen sich durch ihren besonders ursprünglichen Zustand und eine außergewöhnliche Vielfalt an Moortypen aus – von Nieder- und Übergangs- bis hin zu Hochmooren. Diese bieten seltenen Pflanzenarten wie Torfmoosen und Sonnentau ideale Lebensbedingungen.

Moore: Schlüsselrolle im Natur- und Klimaschutz

Moore zählen weltweit zu den wertvollsten und zugleich am stärksten bedrohten Ökosystemen. Sie spielen eine zentrale Rolle im globalen Klimaschutz, da sie enorme Mengen an Kohlenstoff speichern können. Gleichzeitig regulieren Moore den Wasserhaushalt und sind ein wichtiger Lebensraum für hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Daher engagieren sich die Bundesforste bereits seit 1993 intensiv für den Moorschutz – etwa durch gezielte Renaturierungsmaßnahmen. Rund 50 Moorschutzprojekte gab und gibt es seither, die den Zustand von Moorlandschaften verbessern und einen naturnahen Zustand wieder herstellen.

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