Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Kasberg-Petition,

vor rund drei Jahren habe ich gemeinsam mit vielen von euch eine Petition für den Erhalt und eine nachhaltige Weiterführung des Skigebiets Kasberg gestartet.

Innerhalb kürzesterZeit haben fast 30.000 Menschen unterschrieben – ein starkes, klares Zeichen dafür, wie wichtig der Kasberg für unsere Region, für das Almtal und für Oberösterreich ist. Viele von euch haben mir damals ihr Vertrauen geschenkt und zugestimmt, über
Entwicklungen rund um den Kasberg informiert zu werden. Genau deshalb melde ich
mich heute – auch wenn der Anlass ein sehr ernster ist.

Denn trotz dieses außergewöhnlichen zivilgesellschaftlichen Engagements, trotz klarer regionaler Unterstützung, vorliegender Studien, Konzepte und wirtschaftlicher Bewertungen hat sich in den letzten drei Jahren kaum etwas bewegt. Vor allem eines fehlt bis heute: eine klare, öffentliche Stellungnahme des LandesOberösterreich. Landeshauptmann Thomas Stelzer hat es bislang nicht für notwendig erachtet, sich zum Kasberg zu äußern.

Nun steht die Region vor einer Entscheidung, die nicht länger vertagt werden kann. Es gibt nur noch zwei realistische Szenarien. Entweder der Kasberg wird in die OÖ-Seilbahnholding aufgenommen – oder ab Ende April 2026 beginnt der Rückbau der Anlagen.
Was bleibt, ist die Frage, wie es sein kann, dass sich eine ganze Region über Jahre hinweg
konstruktiv, sachlich und beharrlich für ihre Zukunft einsetzt – und dieses Engagement
politisch weitgehend ignoriert wird. Wenn selbst zehntausende Unterschriften, fundierte
Unterlagen und ein breiter gesellschaftlicher Konsens nicht einmal eine ö?entliche
Reaktion auslösen, dann ist Enttäuschung nicht nur verständlich, sondern
unausweichlich.

Der Kasberg ist kein nostalgisches Projekt und keine Einzelinteressen-Frage. Er ist ein
zentraler Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber, touristischer Anziehungspunkt und Identitätsträger für das Almtal. Ein endgültiges Aus würde eine Region treuen, die ohnehin
vor großen strukturellen Herausforderungen steht.

Offenbar reichen selbst alle vorliegenden Studien und Bilanzen nicht aus, um Landeshauptmann Stelzer und Wirtschaftslandesrat Achleitner von einer Aufnahme des Skigebiets Kasberg in die OÖ-Seilbahnholding zu überzeugen. Das ist politisch schwer erklärbar und verlangt nach einer klaren Antwort. Immer deutlicher stellt sich dabei eine unbequeme Frage: Handelt es sich um jahrelanges politisches Zögern oder um eine bewusste Strategie des Aussitzens? Denn eines ist klar: Auch Schweigen ist eine Antwort. Und im Fall des Kasbergs würde eine weitere Nicht-Entscheidung unweigerlich bedeuten, das Ende des Skigebiets stillschweigend in Kauf zu nehmen.

Dieses Schreiben ist ein bewusster, letzter Versuch, Aufmerksamkeit zu schauen. Nicht
laut, nicht polemisch – aber bestimmt. Für den Kasberg. Für die Region. Und für all jene
Menschen, die seit Jahren zeigen, dass ihnen die Zukunft des Skigebiets nicht egal ist.
Jetzt liegt es am Land Oberösterreich – konkret an Landeshauptmann Thomas Stelzer und
seinem Stellvertreter –, kurzfristig über die touristische Zukunft des Almtals und damit
über den Kasberg zu entscheiden. Bleibt diese Entscheidung aus, wäre auch das eine
Entscheidung: gegen den Kasberg und gegen die Zukunft einer ganzen Region.
Eine ausbleibende Entscheidung würde damit faktisch das Ende des Skigebiets
Kasberg bedeuten.

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