BERGRETTUNG GMUNDEN STARK GEFORDERT

Schien sich bis Ende Juli ein eher ruhiges Einsatzjahr abzuzeichnen, so änderte sich dies am vorletzten Julitag schlagartig.
Kurz nach Mittag erreichte die Bergretter eine Hilferuf vom unmarkierten Zierlersteig, wo ein Mühlviertler Pärchen sich im steilen Fels nicht mehr weiter getraute und geborgen werden muss te. Nur wenige Tage später konnte eine bergerfahrene hochbetagte Wienerin am Mair-Alm-Steig nur noch tot geborgen und ihre gleichaltrige Cousine sicher in das Tal geleitete werden. Es waren keine zwei Tage vergangen, da galt wieder am Mair-Alm-Steig einem 63-jährigen Attnanger die Hilfeleistung. Er war gestürzt und hatte sich bei einem Überschlag Verletzungen am Kopf und an den Beinen zugezogen. Kaum war dieser Einsatz abgeschlossen, rief der Pager erneut die Retter zum Einsatz. Eine 19-jährige aus Neuzug wollte am Miesweg ihren abgestürzten Golden Retriever bergen, überstieg das Sicherungsseil und stürzte prompt 5 Meter auf eine Sandbank am Traunseeufer. Hund und Frauerl wurden aufgeseilt und geborgen.
Höhere Macht des Schicksals
Besonders mitgenommen hat die Gmundner Bergretter der Herztod des ehemaligen EnergieAG Generaldirektors und ÖFB Präsidenten Dr. Leo Windtner am Naturfreundesteig. Das Bergopfer war ein enger Freund der Gmundner Bergrettung und über die EnergieAG auch einer ihrer großen Förderer. Das Schicksal wollte es so, dass gerade seine Gmundner Bergrettungsfreunde der letzten Bergsteigerpflicht nachkommen und ihren großen Gönner und warmherzigen Freund vom Berg ins Tal bringen mussten.
Die Bergung von Dr. Windtner war noch nicht abgeschlossen, da kam ein neuer Hilferuf vom Berg. Eine 30-jährige Kletterin aus dem Grenzgebiet zu Niederösterreich ist im Klettergelände Sanduhrenparadies 6 bis 8 Meter abgestürzt und musste ärztlich versorgt und geborgen werden. Einen Tag später neuerlich Alarm, beim Abstieg vom Traunstein kollabierte ein 42 Jähriger aus Inzell infolge großer Hitze und zu wenig Flüssigkeit. In der Gebirgstrage wurde er dorthin getragen, wo er Stunden zuvor seinen Augstieg auf den Wächter des Salzkammergutes begann. An diesem Tag, es war der 9. August, befuhr ein 46-jähriger Gehbehinderter aus Wien mit seinem Elektrorollstuhl von der Seilbahn-Bergstation aus den Mitterweg. Nachdem bei seinem Gefährt die Akkuleistung schwächer wurde, konnte er aufgrund der Steilstufen am Weg nicht mehr zurück zum Grünberg. Die Gmundner Bergretter holten ihn und brachten ihn samt seinem Elektrorollstuhl zurück ins Tal. Damit aber noch nicht genug: in der hellen Mondnacht getraute sich am Naturfreundesteig eine 67-jährige Frau aus Steyr nicht mehr weiter und sie wählte den Notruf 140. Von oben stiegen dann zufällig anwesende Bergretter zusammen mit dem Hüttenwirt ab und geleiteten die Frau hinauf zum Traunsteinhaus.
Diese Intensität der Einsätze bringt die Bergrettung an ihre Leistungsgrenze, da pro Einsatz zwischen 8 und 10 Mann bereit stehen. Und, da die Abstellung von Ehrenamtlichen bei Firmen immer schwieriger wird, ist die jederzeitige Einsatzbereitschaft nur sehr schwer aufrecht zu erhalten, sagt Bergrettungs-Ortsstellenleiter Stefan Oberkalmsteiner. Die Einsatzleiter Peter Cäsar und Andreas Spitzbart danken in diesem Zusammenhang den Chefs der Bergretter für deren Abstellung bei Einsätzen und ersuchen dieses Ehrenamt auch weiterhin wohlwollend









