Alpineinsatz - 2026-07-23/24 Grünau Schermberg

Bergrettung Grünau – 14 Mann im Einsatz
Verirrter Bergsteiger, 18-jährig aus Ungarn. Konnte um 21:50 Notruf wählen Koordinaten durchgeben, dann länger kein Kontakt. Im Bereich der Nordwand des Schermbergs auf 1750 m Höhe. Polizeihubschrauber FLIR Salzburg. Starker Wind. C14 voravisiert, fliegt zwischenzeitlich Einsatz in Tamsweg. Bergrettung Grünau um 01:19 bei verirrter Person. Person bei weniger als 5° und Wind nur mit kurzer Hose und kurzem Shirt bekleidet. Wärmemanagement. C14 muß aufgrund starkem Wind nach 02:00 die Bergung abbrechen.
Bergrettung erreicht nach Abstieg um 7h15 das Bergrettungsheim in Grünau.
Wanderer fuhr mit Öffis von Sattledt kommend zum Almsee wo er um 10:20 die Tour vom Seehaus in die Röll über den Sepp-Huber-Steig startete mit Ziel Großer Priel.
Den Großen Priel hat er sich ohne große Planung online aus der Karte gewählt. Vom Almsee zum großen Priel kann man auch bei zügiger Gehweise mit 8 Stunden rechnen, bis zur Schutzhütte Welserhütte nochmals gemächliche 2 Stunden.
Bekleidet mit kurzer Hose, kurzem T-Shirt und Sonnenhut, Handy und Powerbank. Jedoch genügend Proviant im Rucksack.
Person kann trotzdem als fit bezeichnet werden, ansonsten hätte er den Abstieg in Begleitung nicht selbständig geschafft !!!
Alarmierung Do 23.7 um 21h50. – Einsatz Ende 07:17 ( 9h27 min)
Ein 18 jähriger Ungar ist vom Almsee über den Sepp-Huber-Steig aufgestiegen und wollte über das Hochplateau des Toten Gebirges zur Welserhütte und von dort wieder ins Tal.
Noch ist unklar wann er genau startete, jedoch hat er die Weglänge unterschätzt und wollte westlich vom Schermberg über das Schneetal ins Büchsenkar abkürzen. Die Abkürzung hat er aus Google Maps gewählt. Doch ist in diesem Bereich kein Weg höchstens ein selten begangener Steig mit einer Schlüsselstelle über Felswände bzw. durch eine Schlucht mit Dolinen. Oberhalb dieser bzw. fast im Bereich des Notbiwaks beim ersten Trum der langen Schlossgespenst Klettertour durch die Schermberg Nordwand. In einer Höhe von 1760 m fand er den Abstieg nicht und wählte den Notruf 140. Die Telefonverbindung war schlecht. Automatische Koordinatenübermittlung AML hatte nicht funktioniert. Er konnte jedoch in englisch, schwierige Sprachverständigung, die Koordinaten durchgeben. Er sei aber unverletzt.
Die Bergrettung Grünau begann sofort mit dem Aufstieg da die Gipfeln in Wolken waren, nach Rücksprache mit dem Hüttenwirt der Welserhütte, die Welserhütte liegt in etwa 2 km Luftlinie entfernt, herrschen auf 1800 Hm Wind um 40 kmh Wind und nur 5 °C - Stand 22:30.
Nachdem der Verirrte telefonisch nicht mehr erreichbar war, wurde der FLIR Polizeihubschrauber aus Salzburg zur Verifizierung des Standorts angefordert.
Kurz vor 23h30 konnte die Person mit der Wärmebildkamera passend zu den angegebenen Koordinaten lokalisiert werden.
Zuvor hatte man bereits den Notarzthubschrauber C14 über mögliche Bergung informiert, C14 flog jedoch zwischenzeitlich einen anderen Nachteinsatz.
Um 01h19 kann auch der Stoßtrupp der Bergrettung den Verirrten auffinden.
Dieser ist nur mit einer kurzen Hose und einem kurzen Shirt bekleidet und ordentlich unterkühlt. Beginn mit Wärmemanagement sowie Verpflegung.
Anforderung Notartzhubschrauber NAH C14 aus Niederöblarn. Der Pilot weist darauf hin, dass bei zu viel Wind keine Taubergung möglich sein wird. Die Bergrettung erkundet einen Platz wo mitunter aufsetzen mit einer Kuve und direktes Einsteigen möglich ist.
Um 02h00 erreicht C14 das Einsatzgebiet muß aber nach einigen Versuchen aufgrund zu starkem Wind abbrechen.
Mittlerweile ist allen kalt, man beginnt um 02h26 mit dem Abstieg. Auch für die Bergrettung im felsigen Gelände mit Latschen eine Wegsuche. Die zu bergende Person am gesicherten Seil. Nach einer Pause um 03:56 auf 1550 m weiterer Abstieg.
Um 7:15 erreicht man gemeinsam die Bergrettungszentrale in Grünau.






