Glöcklerlauf in Traunkirchen
von Reinhard Hörmandinger

Am Abend des 5. Jänner, der letzten Rauhnacht, wird auch in Traunkirchen der eindrucksvoller Winterbrauch des Glöcklerlaufens abgehalten.
Mit Einbruch der Dunkelheit versammeln sich die Glöcklerpassen, um ihren Lauf in den einzelnen Ortschaften zu beginnen.
Die Glöckler tragen weiße Kleidung, Glocken und kunstvolle Glöcklerkappen, die bis zu 15 Kilogramm wiegen. Diese Kappen bestehen aus einem Holzgerüst mit schwarzem Tonpapier, von Motiven verziert und mit buntem Papier hinterklebt. Entstanden in mühevoller Handarbeit, werden die Glöcklerkappen von Kerzen beleuchtet, zu beeindruckenden Lichtobjekten.
Die Glöcklerpassen treffen an bestimmten Plätzen Familien, überbringen Neujahrswünsche und singen altüberlieferte Krippenlieder.
Die Überlieferung besagt, dass das Licht der Glöcklerkappen und das dumpfe Geläut der Glocken böse Geister vertreiben und gute Geister anziehen – ein Symbol für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit des Winters. Heute gilt der Brauch eher als Heischebrauch und beeindruckt vor der Kulisse des Traunsteins Jahr für Jahr mehr BesucherInnen.
Seit wann der Glöcklerlauf in der heutigen Form in Traunkirchen existiert, lässt sich nicht mehr exakt datieren. Ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1928 berichtet, dass „Haberngeißlauf in Verbindung mit dem Glöcklerzug“ seit 1897 nicht mehr durchgeführt wurde.
Ein besonderer Moment ist alljährlich der Abschluß des Traunkirchner Glöcklerlaufes:
Um 22 Uhr treffen sich im Waldcampus alle örtlichen Glöcklerpassen zum gemeinsamen Gesang.
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