Freiwillig engagiert im Kulturbereich.

Am 16. November 2023 lud der Verbund Oberösterreichischer Museen 19 verdiente ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Oberösterreichs Museen zu einer gemeinsamen Feierstunde nach Linz, um ihnen Dank und Anerkennung für ihr langjähriges, freiwilliges Engagement im Dienste der Museen auszusprechen. Auch aus den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck wurden sieben Persönlichkeiten geehrt, die sich um „ihre“ Museen im Salzkammergut besonders verdient gemacht haben.
Herausforderung Museumsarbeit
Das hochwertige Ausstellungs- und Veranstaltungsangebot in Oberösterreichs Museen bietet einen hohen Mehrwert für das Kulturland Oberösterreich. Im Allgemeinen wenig bekannt ist dabei, dass rund 80 Prozent unserer Museen rein oder fast ausschließlich ehrenamtlich betreut werden. Einen Museumsbetrieb in all seiner Vielseitigkeit erfolgreich zu führen ist herausfordernd und es sind viele spezifische Fertigkeiten und Fachkenntnisse vonnöten. Ohne das verlässliche Engagement von Freiwilligen könnte die Museumslandschaft Oberösterreichs nicht bestehen!
Dankesurkunden für ehrenamtliches Engagement im Dienste der Museen
Da es dem Verbund Oberösterreichischer Museen ein großes Anliegen ist, diese ehrenamtlichen Leistungen zu würdigen, wurde am Donnerstag, 16. November 2023, zu einer gemeinsamen Feier in das Keine-Sorgen-Atrium nach Linz eingeladen, bei der 19 verdiente ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Oberösterreichs Museen ausgezeichnet wurden. Darunter waren sieben Persönlichkeiten aus dem Salzkammergut:
Josef Stadler war 27 Jahre lang im Sensenwerk Redtenbacher beschäftigt. Sehr schnell stieg er aufgrund seiner Geschicklichkeit vom Hammerbuben zum Essmeister auf. Ein solcher breitete den Zain (Rohling) mittels eines riesigen, wasserbetriebenen Schmiedehammers zu einem Sensenblatt – eine Arbeit, die enorme handwerkliche Kunstfertigkeit voraussetzt. Seit seiner Pensionierung engagiert sich Herr Stadler ehrenamtlich für den Kultur- und Heimatverein Scharnstein-Viechtwang. Im Sensenmuseum Geyerhammer führt er seit 2009 Schmiedevorführungen an einem originalgetreu wiedererrichteten Schmiedehammer durch und zeigt von Mai bis Oktober jeden ersten Samstag im Monat die hohe Kunst des Breitens. Er bringt sein umfangreiches Fachwissen bei notwendigen Reparaturen der Schmiedehämmer ein und ist bei den anfallenden Arbeiten eine hilfreiche Stütze. Josef Stadler ist der letzte Essmeister, der die mehr als 400-jährige Tradition der Sensenerzeugung in Scharnstein „lebendig“ hält.
Dass die Privatsammlung historischer Sanitärobjekte der Fa. Laufen in den 1990er Jahren zur heutigen Abteilung Klo & So des K-Hof Kammerhof Museums Gmunden wurde, stellt den großen Verdienst von Herrn Alfred Zinhobl dar. Seit der Landesaustellung 2008 im Salzkammergut und dem damit verbundenen Umbau des Kammerhof Museums Gmunden bzw. der Neukonzeption der Ausstellung Klo & So ist Herr Zinhobl der ehrenamtliche Kustos der sanitärkeramischen Sammlungen und Kurator diverser Sonderausstellungen. Er unterstützt das Museum durch Expertisen und Ankäufe von neuen Exponaten, ebenso kümmert er sich um die Finanzierung von Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten. Als Kurator hält er bis zu 100 Führungen im Jahr, die sich so großer Beliebtheit erfreuen, dass man nur ins Klo & So kommt, wenn Herr Zinhobl auch tatsächlich anwesend ist. Auftritte in Printmedien und im Fernsehen runden sein engagiertes Museumswirken ab. Sein überregionaler Bekanntheitsgrad trägt maßgeblich zur Bewerbung des K-Hof Kammerhof Museums Gmunden bei.
Ingeborg Hackl-Aigner war von 1985 bis 2021 im Vorstand des Freilichtmuseums Stehrerhof tätig. In ihren Wirkungsbereich fiel unter anderem die Organisation des Advent- und Ostermarkts. Heuer wird bereits der 26. Adventmarkt durchgeführt. Auch der beliebte Ostermarkt am Stehrerhof wird 2024 bereits zum 19. Mal abgehalten. Frau Hackl-Aigner bemühte sich immer um Ausstellende, die traditionelle Volks- und Handwerkskunst zum Verkauf anboten. Seit es diese Veranstaltungen gibt, steht der Stehrerhof finanziell auf guten Beinen und es konnten dringend notwendige Restaurierungsarbeiten und Investitionen durchgeführt werden.
Im Wirkungszeitraum von Johann Pillichshammer erfolgten im Freilichtmuseum Stehrerhof zahlreiche Bau- und Restaurierungsarbeiten, die mithilfe der Einnahmen aus den Advent- und Ostermärkten erst möglich wurden. Unter der Leitung von Herrn Pillichshammer wurden zahlreiche Projekte durchgeführt: So wurde der Dachstuhl beim bestehenden Stallgebäude neu gestaltet und mit einer neuen Dachhaut versehen. Die Schnapsbrennerei wurde saniert. Eine Hütte für Altholz und Geräte wurde errichtet und diverse Brandschutzeinrichtungen angeschafft. Auch die Mosterzeugung und das Schnapsbrennen wurden von Herrn Pillichshammer organisiert und durchgeführt. Bis heute ist er der Haustechniker des Stehrerhofs und ein verantwortungsbewusster und wertvoller Mitarbeiter.
Prof. Kons. Karl Krammer ist Obmann-Stellvertreter des Museumsvereins Vöcklamarkt – Pfaffing – Fornach und ein ausgezeichneter Historiker, der wertvolle Forschungstätigkeit für das Uhrmacher Handwerkmuseum leistet. Themen wie das Blutgericht am Haushammerfeld, die Römerausstellung sowie die Entstehung der Gemeinden wurden von ihm eigens für die Ausstellung erarbeitet. Jederzeit stellt er sich für interessierte Besucherinnen und Besucher und besonders auch für Schulklassen für Führungen zur Verfügung.
„Das Leitbild des Evangelischen Museums ist in ihrer Tätigkeit spürbar und sichtbar.“ Mit diesen Worten umschreibt Obfrau Mag. Renate Bauinger die Arbeit von Frau Christine Kröpfel, die seit 23 Jahren für das Evangelische Museum OÖ in Rutzenmoos ehrenamtlich tätig ist. Einer ihrer Aufgabenbereiche sind Führungen für Kinder und Jugendliche im Museum. Die Vermittlung der Geschichte der Evangelischen in Oberösterreich auf eine spannende und verbindende Art, ist ihr ein besonderes Anliegen. Weiters betreut sie mit viel Können und Liebe zum Detail den Museumsshop. Darüber hinaus engagiert sie sich im Kulturausschuss des Museums, der jährlich Veranstaltungen plant und ausführt. Frau Kröpfel ist seit Anbeginn eine tragende Stütze im Vorstand des Evangelischen Museums OÖ und trägt zum konstruktiven Miteinander im Verein bei. Anlässlich der Ehrung von Frau Kröpfel konnte auch Superintendent Dr. Gerold Lehner unter den Gästen begrüßt werden.
Manfred Wiederkehr ist Gründungsmitglied des Heimatvereins Attergau und war von 1994 bis zur Museumseröffnung im Jahr 1999 viele Stunden an der Renovierung des Aignerhauses unentgeltlich beteiligt. Im Verein übernahm er als Vorstandsmitglied die Funktion des Kassier-Stellvertreters und seit 2017 die Funktion des Kassiers. Seit der Generalversammlung 2023 ist er zudem Obmann-Stellvertreter. Im Freilichtmuseum Aignerhaus ist er für die verschiedensten Erhaltungsmaßnahmen zuständig. Neben der laufenden Pflege des 2.000 m² großen Grundstückes hat er viele Transporttätigkeiten übernommen und kümmert sich bei Veranstaltungen um die Infrastruktur. Manfred Wiederkehr ist durch seine Arbeit für den Betrieb des Aignerhauses und für den Verein ein unerlässlicher Mitarbeiter. Herr Wiederkehr konnte bei der Veranstaltung nicht anwesend sein. Die Urkunde des Verbundes Oberösterreichischer Museen wird ihm zu einem späteren Zeitpunkt überreicht.
Gemeinsame Feierstunde
Em. o. Univ.-Prof. Dr. Roman Sandgruber, Präsident des Verbundes Oberösterreichischer Museen, bedankte sich herzlich bei den Festgästen für ihre unermüdliche Arbeit, denn „Museen beherbergen Schätze von hohem immateriellem Wert, die es zu bewahren gilt. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Landesidentität und für das kulturelle Bewusstsein im Land.“ Im Rahmen ihres Festvortrags präsentierte Magdalena Plöchl vom Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrum ausgewählte Impulse und Tipps für die Freiwilligenarbeit.
Nach Vorstellung der Festgäste und ihrer jeweiligen Leistungen für die Museen durch Geschäftsführer Dr. Klaus Landa überreichten Roman Sandgruber und O. Disp. Moritz Wolf persönliche Dankesurkunden.
Für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung des Abends sorgte Jakob Steinkellner auf seinem Akkordeon und den gemütlichen und geselligen Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen im Kreis von Familie und Kollegenschaft auf Einladung der Oberösterreichischen Versicherung AG.







