Sonderausstellung: Das Gold vom Arikogel im Welterbemuseum Hallstatt
Präses Rudolf Gamsjäger freut sich, dass der Goldfund vom Arikogel im Welterbemuseum Hallstatt in einer Sonderausstellung zu bestaunen ist.
„Wir haben dafür eine spezielle Sicherheitsvitrine, die vom Bundesdenkmalamt und vom Bundesministerium für Kunst und Kultur mitfinanziert wurde. Der Goldfund zählt zu den wichtigsten Goldbeständen der Prähistorischen Abteilung in Wien. Neben den jungsteinzeitlichen Goldscheiben aus Stollhof oder dem urnenfelderzeitlichen Golddepotfund von Rothengrub an der Schneebergbahn erweitert dieser außergewöhnliche Neufund die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien und wird dort nach Hallstatt-Ausstellung in dem zukünftigen Goldkabinett, seiner Bedeutung entsprechend, repräsentativ ausgestellt werden.
HR Dr. Anton Kern – Direktor der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museum Wien: Im Mai 2005 erlangte das Bundesdenkmalamt die Meldung über einen sensationellen Fund am Rande des Hallstätter Sees. Mehrere Goldobjekte waren von einem Sondengeher auf dem sogenannten Arikogel, einer kleinen, aber markanten Erhebung direkt am Nordufer des Gewässers gelegen, ausgegraben worden. Doch nur kurz konnte sich der Entdecker seines Sucherglückes erfreuen, hatte er doch eine ganz wichtige Voraussetzung des Sondengehens „vergessen bzw. verabsäumt, nämlich den Eigentümer der Liegenschaft, die Österreichischen Bundesforste, um Sucherlaubnis anzufragen. Bei dem darauf folgenden Rechtsverfahren verlor der Sondengeher seinen gesetzlichen Anspruch auf die Hälfte des Fundes, weil dieser eben „nicht redlich dem Boden entnommen worden war. Der Finder-Anteil fiel der Republik Österreich zu, damit war der Goldfund vom Arikogel im Besitz der Republik Österreich, weil auch die Ös¬terreichischen Bundesforste mehrheitlich im Eigentum des Staates stehen. Durch Frau Bundesministerin für Finanzen Maria Fekter wurde in einer kleinen Feier am 12. Oktober der Goldschatz vom Arikogel dem Naturhistorischen Museum Wien zur „alleinigen Verwaltung und Verwahrung für den Bund übergeben.
Der Schatzfund setzt sich aus insgesamt 14 Schmuckstücken mit einem Gesamtgewicht von 506 Gramm zusammen: aus zwei zusammenhängenden Paaren reich verzierter Armspiralen und fünf Paaren einfacher Spiralringe aus Golddraht. Die Armspiralen messen rund sieben Zentimeter im Durchmesser, die Enden sind in Schlingen ausgefertigt, mit feiner Kerbverzierung und bestehen aus sechs bzw. sieben Windungen eines Doppeldrahtes. Die kleineren Spiralen haben einen Durchmesser von 4,3 bis 5 Zentimeter, die Enden sind jeweils gedreht.
Auch am nahe gelegenen Koppenpass kamen vor etwa zehn Jahren einfache Golddrahtfunde zu Tage, aber nicht so spektakuläre wie jene vom Arikogel. Auffallend ist in beiden Fällen, dass die beiden Fundstellen in der Nähe eines bedeutenden Verkehrsweges liegen, der entlang der Traun vom steirischen Bad Aussee nach Ebensee am Traunsee führt. Da keine weiteren Funde bekannt sind, können zur zeitlichen Einordnung nur andere ähnliche Funde herangezogen werden. Verblüffend ähnlich angefertigte Gegenstände sind im ungarischen Nationalmuseum in Budapest zu sehen, sozusagen „Schwesterfunde zu den Funden aus dem Salzkammergut. Die Goldspiralen von Värvölgy-Felsözsid in Westungarn haben einen geringeren Durchmesser, etwa 3,5 bis 4,5 Zentimeter, könnten aber aus der gleichen Werkstätte stammen. Schmuckstücke aus Golddraht sind allgemein kennzeichnend für große Teile Europas während der späten Bronzezeit, in einem Zeitraum von ca. 1.200 bis 1.000 v. Chr. Wegen der vorherrschenden Bestattungssitte der Brandbestattung wird diese Epoche auch ältere Urnenfelderzeit genannt.
Öffnungszeiten Welterbemuseum Hallstatt:
Mai – September 10:00 bis 18:00 Uhr