Musiktage Mondsee 2026 | 28. August - 5. September

Schostakowitsch und Prokofjew - Komponieren in der Diktatur Künstlerische Leitung: Matthias Lingenfelder
Die Musiktage Mondsee widmen sich 2026 zwei der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts: Dmitri Schostakowitsch und Sergej Prokofjew. Beide prägten die Musikgeschichte nachhaltig – und beide schufen ihr Werk unter den Bedingungen von Zensur, politischem Druck und Repressionen des Stalin-Regimes. Während zahlreiche Zeitgenossen wie Igor Strawinsky oder Sergej Rachmaninow ins Exil gingen, blieben Schostakowitsch und Prokofjew in der Sowjetunion und entwickelten musikalische Strategien, um den ideologischen Vorgaben des Systems formal zu entsprechen, ohne ihre künstlerische Integrität aufzugeben.
Unter dem Motto „Schostakowitsch und Prokofjew – Komponieren in der Diktatur“ beleuchtet das Festival diese Gratwanderung zwischen Anpassung und Widerstand. Ergänzt wird das Programm durch Werke von Komponisten aus dem Exil, deren Musik oftmals freier, experimenteller und avantgardistischer sein konnte. Zu hören sind Werke von Freunden, Weggefährten und musikalischen Vorbildern, die das Schaffen der beiden zentralen Protagonisten beeinflusst haben.
Ein besonderer Programmpunkt der Musiktage Mondsee 2026 ist das Familienkonzert mit Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf“, einem der bekanntesten Werke der Musikgeschichte. Darüber hinaus präsentiert das Festival mit dem lettischen Komponisten P?teris Vasks einen Composer in Residence, der die Realität der sowjetischen Diktatur selbst erlebt hat und der sich in seinem Werk intensiv mit Fragen von Freiheit, Unterdrückung und Humanität auseinandersetzt. Vasks feiert 2026 seinen 80. Geburtstag.
Auch in diesem Jahr erwarten Sie hochkarätige InterpretInnen am Mondsee, darunter die international renommierten Künstler Elisabeth Leonskaja, Christian Poltéra, Esther Hoppe, Annabelle Heinen, Julian Bliss, Juho Pojonen, Celine Moinet, Michael Dangl, das Javus Quartett und viele weitere. Die Musiktage Mondsee 2026 versprechen ein inhaltlich dichtes Festival, das musikalische Meisterwerke in ihren historischen, politischen und ästhetischen Zusammenhängen erfahrbar macht.
Über 35 Jahre Musiktage Mondsee
Seit über 35 Jahren stehen die Musiktage Mondsee für höchste künstlerische Qualität in intimer, persönlicher Festivalatmosphäre. Das Kammermusikfestival am wunderschönen Mondsee wurde 1989 von András Schiff gegründet. Ein Festival, das in kürzester Zeit große internationale Bedeutung erlangte: In Mondsee, diesem malerischen Ort mit seiner faszinierenden Geschichte und Tradition, gastierten unter Schiffs Ägide zwischen 1989 und 1998 etwa Cecilia Bartoli, Oleg Maisenberg und Peter Schreier. Nach Julia Stemberger und Christian Altenburger sowie dem unvergessenen Musiker Heinrich Schiff übernahm 2010 das vielfach preisgekrönte Auryn Quartett und ab 2022 der Geiger Matthias Lingenfelder die künstlerische Leitung.
„Die Musik steht bei den Musiktagen Mondsee immer absolut im Vordergrund.“, sagt Matthias Lingenfelder, und: „Unter den Musiker:innen herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Viele kommen immer wieder, weil man im normalen Konzertbetrieb kaum je so entspannt mit befreundeten Kolleg:innen zusammen spielen und eine schöne Zeit in der herrlichen Landschaft erleben kann. Im Zusammenspiel von Publikum und der wunderbaren Akustik des Saals entstehen immer wieder magische Momente.“
28. August bis 5. September 2026, Schloss Mondsee
Informationen: www.musiktage-mondsee.at
Vorverkauf: Tourismusverband MondSeeLand
T: +43 6132 26909-0, M: karten@musiktage-mondsee.at







