Short Operetta Festival

© Martin de Arriba
© Martin de Arriba

Uraufführung von drei 20-minütigen Short-Operetten im Lehártheater in Bad Ischl
Eine Produktion der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 in Koproduktion mit der Universität Mozarteum Salzburg, dem Ensemble Multilatérale und dem Lehár Festival Bad Ischl

Bad Ischl war bis in die 1930er Jahre ein Zentrum der europäischen Operettenszene. Hier wurden populäre, politische, lustvoll-bösartige Formen des Musiktheaters entworfen. Es entstanden zahlreiche komplexe Stücke voller Abgründe und Gelächter, bis dieses reiche und lebendige Biotop vom Nationalsozialismus zerstört wurde. In Kooperation mit dem Lehár Festival Bad Ischl und der Universität Mozarteum Salzburg wil die Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 diese einmalige Tradition wiederaufleben
lassen und mit zeitgenössischen Inhalten füllen.

In einem Wettbewerb werden drei 20-minütige Kurz-Operetten junger Komponist*innen und Librettist*innen von einer Jury – Elisabeth Gutjahr (Rektorin, Universität Mozarteum), Christoph Lepschy (Univ.-Prof. für Dramaturgie, Universität Mozarteum), Magdalena Hoisbauer (Dramaturgin, Volksoper Wien), Thomas Enzinger (Intendant, Lehár Festival Bad Ischl), Angela Schweiger (Regisseurin, Lehár Festival Bad Ischl) und Alexander Charim (Regisseur, Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024) – gekürt und im Rahmen des Lehár Festival Bad Ischl uraufgeführt


Premiere Dienstag, 02/07/2024, 19.30 Uhr Es sprechen:
Ines Schiller | Bürgermeisterin der Stadtgemeinde Bad Ischl
Elisabeth Schweeger | Künstlerische Geschäftsführerin Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024
Alexander Charim | Jurymitglied
Ort Lehár Theater, Kreuzplatz 16, 4820 Bad Ischl
Weitere Vorstellungen 03/07/2024, 15 und 19.30 Uhr
Eintritt € 12,50 – € 25,-
Tickets https://ticketing.salzkammergut.at/de/buyingflow/tickets/10398

Die Gewinner*innen des Wettbewerbs:

The Bat Bomb
Konzept und Komposition: Alexander Schweiß
Konzept und Libretto: Lena Reißner
Fledermäuse als Bomben, ein Zahnarzt mit einem irrwitzigen Plan und ein geheimes Militärgelände: Basierend auf einer wahren Begebenheit verfolgt „The Bat Bomb” den ungewöhnlichen Plan von Lytle S. Adams, der nach dem Angriff auf Pearl Harbor dem Präsidenten in einem Brief vorschlägt, Fledermäuse als lebende Brandbomben einzusetzen. Die Zustimmung Roosevelts führt zur Einrichtung eines Militärgeländes in New Mexico und zur Bildung des Teams „X-Ray“ unter der Leitung von Doc. Adams: Zahnarzt, Erfinder und Patriot. Im Mai 1942 testet das Team die mit selbstauslösenden Brandbomben ausgestatteten, gekühlten Fledermäuse. Doch das skurrile Unterfangen nimmt eine unerwartete Wendung, als einige der Fledermäuse aus ihrer Kälteruhe erwachen und davonfliegen.
„The Bat Bomb“ wagt einen humorvollen Blick auf eine wahnwitzige Erfindung und ihre historischen Umstände. Die massenhafte Hingabe der amerikanischen Bevölkerung bietet einen eigenartigen Einblick in die Dynamik des Kriegspatriotismus. Angesteckt von blindem Hass, entwickelt ein Volk absurde Ideen, ohne Rücksicht auf Verluste.

GOLDAUSTRUDL oder „Die sch(t)rumpfende Stadt“
nach dem Libretto „Die schrumpfende Stadt“
Komposition: Tanja Elisa Glinsner
Libretto: Lea Willeke
Die schrumpfende Stadt erzählt von einem Urlaubsort, dessen Bewohner*innen mit den absurden Auswirkungen einer mysteriösen Substanz konfrontiert sind: Ihre kleine Stadt schrumpft! Der Alltag gestaltet sich zunehmend skurril – und die Bewohner*innen fragen sich: Wo kommt die Substanz her? Was will sie uns sagen? Und vor allem: Wie werden wir sie wieder los? Menschen, die sich bislang nicht einmal gegenseitig zugehört haben, müssen nun gemeinsam am gleichen Strang ziehen. Das alles läuft nicht ohne Humor, und mit (anspielungsreicher) Musik geht sowieso alles besser!

L’écosystème humain?
Komposition: Fernando Strasnoy
Libretto: Giuliana Kiersz
„L’écosystème humain?“ ist eine Operette, die die Diskurse der derzeit wachsenden rechtsextremen Bewegungen in Europa aus einer dekolonisierenden lateinamerikanischen Perspektive analysiert. Die Operette vereint Elemente der Soziologie, Mikronarrative, Humor, Kritik und die potenzielle Verschmelzung von Text und musikalischer Komposition, wodurch ein dritter Ausdrucksbegriff entsteht. Basierend auf dem Konzept des „Nano“ als kompositorische Achse, einem minimalen Fugenpunkt mit großer Komplexität, streben wir eine Dramaturgie, Szenografie und Musik an, die auf mehreren Dualitäten basieren. Das Libretto wird Ausschnitte aus Reden rechtsextremer Bewegungen in ganz Europa zitieren, um die Gewalt und Paradoxie ihrer Narrative aufzuzeigen. Angesichts des weltweiten Wachstums rechtsextremer Bewegungen ist es unserer Meinung nach von entscheidender Bedeutung, politische Diskurse zu reflektieren, um zu verstehen, welche politische Richtung wir einschlagen, warum und wie wir ihnen entgegentreten können – sowohl durch Konstruktion als auch Dekonstruktion von Diskursen. Das Genre „Operette“ bietet uns die Möglichkeit, die potenziellen „menschlichen Ökosysteme“, die wir schaffen, zu erforschen, zu parodieren und immer wieder zu hinterfragen, um mögliche künstlerische Antworten zu entwickeln.

Mitwirkende
Künstler*innen Studierende und Absolvent*innen der Universität Mozarteum Salzburg und das Ensemble Multilatérale
Produktionsleitung Angela Schweiger Kurator, Projektleitung Alexander Charim Lehár Festival Bad Ischl Thomas Enzinger Ku?nstlerische Leitung Ensemble Multilate?rale Le?o Warynski
Projektverantwortliche Elisabeth Gutjahr und Christoph Lepschy (Universität Mozarteum Salzburg)
Projektkoordination Universita?t Mozarteum Salzburg Stefan David Hummel
Programmleitung Darstellende Künste und Literatur Martina Rothschädl Assistenz Darstellende Künste und Literatur Thorsten Schwarz

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