Donnerstag, 18.10.2018
 

Hallstatt: Archäologie am Berg 2018: „Rettung des Weltkulturerbes unter Tage“.

Das Naturhistorische Museum Wien und die Salzwelten Hallstatt laden am Samstag, 18. und Sonntag, 19. August 2018, von 10.00 bis 17.00 Uhr zur Archäologie am Berg 2018 ein und gewähren Einblicke in die Welt der prähistorischen Bergleute. Schwerpunktthema der Veranstaltung: Der Start der Sanierung der wichtigsten prähistorischen Fundstellen im Bergwerk Hallstatt.

Rund um Hallstatt hat sich durch 7.000 Jahre Salzgewinnung die älteste Kultur- und Industrielandschaft der Welt entwickelt. Seit der Steinzeit wird hier Salz abgebaut – bis heute. Die prähistorischen Fundstellen, die in den vergangenen Jahrzehnten freigelegt wurden, sind wichtiger Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Weil die spezielle geologische Situation im Hallstätter Salzberg regelmäßige Instandhaltungsarbeiten erfordert, um zu verhindern, dass die Stollen verfallen oder „zuwachsen“, hat das Naturhistorische Museum Wien in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt, dem Land Oberösterreich, dem Bundesdenkmalamt und der Salinen Austria AG ein aufwändiges Sanierungskonzept erstellt, das um 1,9 Millionen Euro 16 Fundstellen erhalten soll. Start des Projektes ist die schon zur Tradition gewordene, öffentliche Veranstaltung „Archäologie am Berg“ am 18. August 2018.

„Für das Land Oberösterreich ist das Bergwerk nicht nur aufgrund seiner historischen Relevanz von Bedeutung – das ‚weiße Gold‘ aus dem Hallstätter Salzberg lockte schon vor Jahrtausenden Menschen in diese Region, nicht umsonst ist Hallstatt Namenspatron einer ganzen Epoche der Menschheitsgeschichte. Die Anerkennung der UNESCO und der Status des Weltkulturerbes sind für das Land Oberösterreich wichtige Triebfedern, die Fundstellen auch für zukünftige Generationen zu erhalten“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer.

Weltweit sind nur drei prähistorische Salzbergwerke bekannt – in Hallstatt, Hallein und Cherabad im Iran. 88 prähistorische Fundstellen sind bisher im Hallstätter Salzberg entdeckt worden. Sie alle wurden durch die Bergbautätigkeit der letzten Jahrhunderte gefunden. Die prähistorischen Fundstellen befinden sich im oberflächennahen Bereichen des Berges. Die Stollen in diesem Teil des Grubengebäudes werden vom aktiven Bergbau zum Teil nicht mehr genutzt – die 225.000 Tonnen Salz, die in Hallstatt 2017 mit modernsten Verfahren gefördert wurden, kommen zum Großteil aus hunderte Meter tief gelegenen Horizonten.

„Hallstatt baut auf 7.000 Jahren Salz - und geht in die Zukunft: Heute werden mit modernsten Prospektionsmethoden und einer neuen Vortriebsmaschine die Weichen für die Produktion der nächsten Jahrzehnte gestellt“, so Kurt Thomanek, Vorstand der Salinen Austria. „Gleichzeitig sollen auch jene Elemente des Weltkulturerbes erhalten bleiben, die den Hallstätter Berg historisch so bedeutsam machen. Die Kooperation zum Erhalt der ausgewählten Fundstellen ist uns ein besonderes Anliegen.“

Durch die spezielle geologische Situation im Salzberg müssen die meisten Stollen regelmäßig instandgehalten werden: Die Salzlagerstätte besteht nicht aus reinem Steinsalz, sondern stellt im Wesentlichen ein Mischgebirge aus Salz, Ton und Gips dar. Durch diese Zusammensetzung ist das Salzgebirge plastisch und in der Lage von Menschenhand gemachte Hohlräume in wenigen Jahrzehnten wieder zu schließen. Werden die Stollen, welche zu den urgeschichtlichen Abbauorten führen, nicht genutzt und es erfolgen dadurch keine regelmäßigen Erhaltarbeiten, schreitet der Verfall der Stollen rasch voran, sie „wachsen zu“ und sind in absehbarer Zeit nicht mehr befahrbar oder sind es bereits zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr.

„Das Naturhistorische Museum ist seit 1960 mit wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Hallstätter Bergwerk vertreten, um Erkenntnisse zum Leben der prähistorischen Bergleute zu gewinnen“, erklärt NHM Wien-Generaldirektor Christian Köberl. „Die Erhaltungsbedingungen im Hallstätter Bergwerk zählen zu den besten der Welt – gerade deshalb ist es von besonderer Bedeutung sicher zu stellen, dass jene 16 untertägigen Fundstellen, die Struktur, Organisation und Dimension des Bergwerkes am besten widerspiegeln, bestehen bleiben und Forschung auf höchstem Niveau weitergeführt werden kann.“

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im Winter 2017/18 kann nun mit den bis 2025 angelegten Arbeiten begonnen werden.

Historische Bedeutung des Hallstätter Salzbergwerkes
Die prähistorischen Bergbaue wurden in den letzten Jahrzehnten intensiv erforscht. Bergleute haben von 1500 v. Chr. bis 200 n. Chr. in riesigen untertägigen Abbaukammern Salz gebrochen und damit halb Europa versorgt. Werkzeuge und Geräte, die bei dieser Arbeit zu Bruch gingen oder nicht mehr benötigt wurden, blieben einfach liegen und sind durch die besonderen Erhaltungsbedingungen im Salzbergwerk bis heute perfekt konserviert. Im prähistorischen Betriebsabfall haben sich tausende Geräte und Gegenstände aus organischen Materialien wie Holz, Fell, Leder und Textil erhalten.

Viele Stücke haben nur in diesem Bergwerk die Jahrtausende überdauert. So finden sich im Hallstätter Salzberg der älteste Rucksack genauso wie die älteste Holzstiege Europas und die ältesten Handschuhe. Die tausenden archäologischen Funde und Befunde erlauben einmalige Einblicke in prähistorische Lebens- und Arbeitswelten, wie sie an keinem anderen Fundort in Europa möglich sind.

Durch das Salz wurde Hallstatt um 800 v. Chr. zur reichsten Gemeinschaft in Mitteleuropa. Die außerordentlichen Beigaben in den Gräbern der Bergleute zeugen eindrucksvoll von dieser Glanzzeit. Bernstein, Elfenbein und Wein aus dem Süden wurden den Verstorbenen auf die Reise ins Jenseits mitgegeben. Diese oft einmaligen Funde aus dem Bergwerk und dem Gräberfeld machen Hallstatt zu einem Schlüsselfundort für das Verständnis und die Erforschung unserer Vergangenheit und haben wesentlich zur Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe beigetragen.

Archäologie am Berg Im Rahmen der Archäologie am Berg am 18. und 19. August 2018 erfolgt der offizielle Start für das 1,9 Millionen Euro umfassende Projekt, das im „European Year of Cultural Heritage“ als best practice Beispiel für ein gemeinsames Engagement aller für das Kulturerbe Verantwortlichen und am Kulturerbe Beteiligten gelten kann. Mitarbeiter der Salinen Austria AG arbeiten mit Prähistorikern des NHM Wien an den Schutzmaßnahmen der historischen Salzstollen.

Während dieser Öffentlichkeitsveranstaltung am Hallstätter Salzberg werden auch die 16 zu sanierenden Fundstellen vorgestellt und anhand der Funde und Befunde gezeigt, warum sie für dieses großangelegte Erhaltungsprojekt ausgewählt wurden.

Organisatorisches:
Die Veranstaltung zum Mitmachen, Ausprobieren und Entdecken wendet sich an Familien und Interessierte. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Zu bezahlen ist die Auffahrt mit der Salzbergbahn. Infos und Online-Tickets auf: www.salzwelten.at
Veranstaltungsort: Alte Schmiede, Salzberg Hallstatt
Veranstalter: Naturhistorisches Museum Wien, Burgring 7; 1010 Wien / www.nhm-wien.ac.at/hallstatt
Partner: Salzwelten Hallstatt, Salzbergstraße 21; 4830 Hallstatt / www.salzwelten.at
Diese News an Freunde schicken:
Naturhistorisches Museum Wien

Verweise:

www.nhm-wien.ac.at/hallstatt
www.salzwelten.at


Bilder zum Vergrößern anklicken:

 

Weitere Artikel

TAG DER OFFENEN TÜR in Hallstatt - Samstag, 20.10.2018 von 15.00 bis 20.00 Uhr
Gemeindebücherei Hallstatt -

TAG DER OFFENEN TÜR in Hallstatt

Samstag, 20.10.2018 von 15.00 bis 20.00 Uhr
Gemeindebücherei Hallstatt

Vor 150 Jahren (1868) wurde im Zuge der Gründung des Arbeiterbildungsvereins auch zum ersten Mal eine öffentliche Bibliothek erwähnt.

weiter lesen ...
 
ÖVP Gmunden zu Besuch beim neuen Leuchtturmprojekt im Salzkammergut. -  - ÖVP Gmunden zu Besuch beim neuen Leuchtturmprojekt im Salzkammergut.

ÖVP Gmunden zu Besuch beim neuen Leuchtturmprojekt im Salzkammergut.

14.08.2018

Am Tag vor der offiziellen Eröffnung des Baumwipfelpfads Salzkammergut organisierte Fraktionsobfrau Auguste Thallinger eine gemeinsame Fahrt mit der Seilbahn auf den Gmundner Hausberg mit anschließender Begehung der neuesten Touristenattraktion.

weiter lesen ...
 

WKO Gmunden informiert: Straßensperre Ohlsdorferstraße

14.08.2018

„Aufgrund von Belagserneuerungen ist eine Totalsperre der L1303 Ohlsdorferstraße unumgänglich“ informiert Robert Oberfrank (Bezirksstellenleiter WKO Gmunden).

weiter lesen ...

Erneuter Waldbrand, in Altaussee, diesmal auf der Trisselwand.

14.08.2018

Zu einem neuerlichen Waldbrand, diesmal auf der Gamststelle-Trisselwand wurde die FF Altaussee am Montag um 11 Uhr alarmiert.

weiter lesen ...
 

Bergsteiger von Polizeihubschrauber gerettet

13.08.2018

Ein 52-Jähriger aus dem Bezirk Eferding verstieg sich aufgrund des Ausfalls seines GPS Gerätes im oberen Bereich des Welserwegs der Schermberg Nordwand in Grünau im Almtal und fand in der Folge den Ausstieg nicht.

weiter lesen ...

Traunkirchen fordert Nachbargemeinden zur OÖ-Challenge

13.08.2018

Klein aber Ohoo!! Die kleinste Gemeinde am Traunsee nimmt den Mund ganz schön voll! Im Rahmen der seit 1.8. laufenden „OÖ-Challenge“ des Landes Oberösterreich fordert Traunkirchen die anderen 3 Traunsee-Gemeinden zu einer regionalen OÖ-Challenge heraus!

weiter lesen ...
 
Gmunden Keramikmarkt -  - Belinda Berger präsentiert ihre Werke im Museum für angewandte Kunst im MAK in Wien und auf dem Gmundener Keramikmarkt.

Gmunden Keramikmarkt

13.08.2018

Belinda Berger präsentiert ihre Werke im Museum für angewandte Kunst im MAK in Wien und auf dem Gmundener Keramikmarkt.

weiter lesen ...
 
HLW Wolfgangsee absolviert eine Kaffeekennerausbildung -  - HLW Wolfgangsee

HLW Wolfgangsee absolviert eine Kaffeekennerausbildung

13.08.2018

Die Schülerinnen und Schüler des II. Jahrganges der höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe unternahmen im Rahmen des fachpraktischen Unterrichts Restaurantmanagement eine Reise nach Saalfelden

weiter lesen ...
 
Bergsteiger wurde von Polizeihubschrauber gerettet -  - Archivfoto - Foto Hans Feitzinger

Bergsteiger wurde von Polizeihubschrauber gerettet

13.08.2018

weiter lesen ...
 

Schwerer Sturz mit Moped

13.08.2018

weiter lesen ...

50 Jahre Urlaub in Faistenau!

13.08.2018

Familie Wolfgang & Margit Böhme aus Feldbach in Deutschland sowie Herr Stephan Pregizer aus Berlin verbringen Ihren Urlaub seit 5 Jahrzehnten in Faistenau, untergebracht sind sie seit jeher im Hotel Alte Post!

weiter lesen ...
 
Fuhr - Wettrudern am Hallstättersee 2018 -  - Alle Starter/SIeger des Fuhrwettrudern 2018 mit Bgm. Alexander Scheutz - Foto Franz Frühauf

Fuhr - Wettrudern am Hallstättersee 2018

12.08.2018

weiter lesen ...
 

CL Qualifikation: Rote Bullen hoch konzentriert ins Rückspiel

12.08.2018

Am Dienstag ab 20:15 Uhr live auf Puls4 / Schiriteam aus Ungarn

weiter lesen ...
 
GMUNDEN – 30. Österreichischer Töpfermarkt -  - Stadtgemeinde Gmunden

GMUNDEN – 30. Österreichischer Töpfermarkt

12.08.2018

weiter lesen ...
 

Motorsport: Maximilian Kofler landet bei Österreich Grand Prix auf Rang 29 in der Moto3-WM

12.08.2018

Platz 29 beim Wild Card Einsatz für jungen Österreicher

weiter lesen ...

Königlicher Waschtag am Baggersee Regau

12.08.2018

Der EHC Voralpenkings Vöcklabruck startet mit einer außergewöhnlichen Wasch- und Badeaktion in die Vorbereitung.

weiter lesen ...
 
 
Werbung
Wetter Aktuell

jetzt, Mittwoch

trüb
Temperatur: 7 ºC
Wind: 1km/h aus SSW
Luftfeuchtigkeit: 93%

im Tagesverlauf

klarer Himmel
Tageswerte: 6 bis 16 ºC
 
Mondphase
 Aktuelle Tag- Nachtverteilung

 

Mond zunehmend
Vollmond: 24.10.2018
Neumond: 07.11.2018
Sonnenaufg.: 07:15
Sonnenunterg.: 18:03
 

Do

klarer Himmel
6 bis 17 ºC

Fr

klarer Himmel
5 bis 17 ºC

Sa

über­wiegend bewölkt
3 bis 14 ºC
 
 Wetter-Tendenz 1 Woche
Temperaturverlauf (farbig, Werte links)
Bewöklung in Prozent (grau, Werte rechts)
Niederschlag in mm/h (Balken, Werte links, blau=Regen, weiß=Schnee)
Wind in km/h (orange Linie, Werte rechts)
Quellen: AKU, OpenWeatherMap
www.godspeed.at
www.v-rex.eu
Autohaus Lahnsteiner
www.salzkontor.at
Ebensee, Sägewerk, Carports, Dachstühle, Balkone, Zäune
Text