Dienstag, 25.06.2019
 

Almwirtschaft: ein herausfordernder Wirtschaftszweig

Am 15. August ist Almwandertag auf der Kranabethsattelalm am Feuerkogel

Die Bedeutung der Alm- und Weidewirtschaft ist vielfältig. Die knapp 450 bewirtschafteten
oberösterreichischen Almen haben einen hohen gesellschaftlichen und naturschutzrelevanten Wert. Wissenschaftliche Erhebungen belegen, dass Almflächen eine weitaus höhere Vielfalt an Pflanzen und Tieren aufweisen als der Wald. Die offenen Weideflächen sind auch Futtergrundlage und Lebensbasis für Wildtiere. Doch die Almwirtschaft ist von vielen Herausforderungen geprägt: Die Erhaltung der Infrastruktur auf der Alm ist kostenintensiv, bei der Bewirtschaftung braucht es viel Handarbeit und die
Wolfsrückkehr lässt viele Änderungen erwarten. Am Almwandertag, der traditionell am
15. August stattfindet, werden die vielfältigen Leistungen der Almwirtschaft in den
Blickpunkt gerückt. Der Almwandertag findet heuer auf der Kranabethsattelalm am Feuerkogel in der Gemeinde Ebensee statt.

„Almbauern sind bemüht, wirtschaftlichen Ertrag über Viehhaltung, Waldnutzung und touristische Nutzung zu erzielen. Auch andere Sparten der Wirtschaft und Gesellschaft profitieren von den Almen: Der Schisport egal ob auf oder neben der Piste nutzt die freien Almflächen. Auch der Wander- und Bergtourismus findet die Kulturlandschaft der Almen sowie die Gastlichkeit der Almwirtschaft als Grundlage. Die Almbauern leisten durch die Offenhaltung der Landschaft einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung des ländlichen Raums, deswegen ist es absolut gerechtfertigt, den Fortbestand der Almen durch Alpungsprämien und andere Ausgleichszahlungen nachhaltig zu sichern“, betont Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.

Daten und Fakten zu den Almen in OÖ
Im oberösterreichischen Almkataster sind 638 Almen eingetragen, davon werden 443 Almen im Süden unseres Bundeslandes aktiv bewirtschaftet. Die Gesamtalmkatasterfläche umfasst 36.500 Hektar. 15 Prozent davon sind als Reinweidefläche beurteilt. Wie in vielen Sparten der Landwirtschaft ist auch in der oberösterreichischen Almwirtschaft der Strukturwandel Tatsache.
Die Anzahl der Bauernhöfe, die Almvieh auftreiben, hat sich seit 2001 von 847 auf 617
im Jahr 2017 um 27 Prozent reduziert. Ein geringeres Minus gibt es bei der Anzahl der aufgetriebenen Großvieheinheiten, also der Tiere, die im Sommer auf der Alm sind. Mit 3.766 Großvieheinheiten im Jahr 2017 beträgt dieses 2,4 Prozent im Vergleich zu 2001.
„Der Strukturwandel führt auch dazu, dass mit der geringeren Zahl von auftreibenden Betrieben auch weniger Personal für die Arbeit zur Verfügung steht, das bei der häufig anfallenden Handarbeit mit anpackt. Für eine wirtschaftliche Offenhaltung der Alm- und Weideflächen ist es aber notwendig, ausreichend Tiere aufzutreiben und dafür braucht es auch entsprechend Betriebe im Tal und Arbeitskräfte“, erläutert Reisecker.

Der Wolf als Herausforderung
Die OÖ Almwirtschaft beobachtet das Wiederauftreten des Wolfs mit großer Sorge. Bei einer möglichen dauerhaften Ansiedelung sind laut den Erfahrungen aus anderen europäischen Regionen massive Probleme für die Weidewirtschaft zu erwarten. Die Population in Österreich wird sich erhöhen und es werden sich Rudel bilden. In Österreich gibt es dazu Anzeichen in der Grenzregion nördliches Mühl- und Waldviertel. Im Rudel werden Wölfe effektiver jagen.
Weidetiere sind leichte Beute für derartige Raubtiere. Der Aufwand in der Weidewirtschaft wird massiv steigen, zusätzliche Verluste sind zu erwarten. Die Wirtschaftlichkeit, die bereits samt Ausgleichszahlungen nur teilweise gedeckt ist, wird sich weiter verschlechtern.
Erfahrungen zeigen, dass vielfach mehr Tiere gerissen werden, als die Wölfe für ihre Versorgung brauchen. Ebenso sind massive Tierqualen zu nennen. Es müssen oft angefallene, noch lebende Tiere mit aufgerissenen Bäuchen und Hinterteilen von ihren Qualen erlöst werden.
Die Bilder von Schadensfällen zB im heurigen Mai in Salzburg zeigen, wie kurzfristig massive Schäden auftreten können. Weitere Risse in Weyer und im Wienerwald weisen laut DNA auf den Wolf in Salzburg hin.
„Die per Naturschutzgesetz tolerierte Wiederansiedlung von Wölfen, darf nicht dazu führen,
dass die Alm- und Weidewirtschaft verloren geht und die Bevölkerung in Angst leben muss.
Wenn Eltern in ländlichen Regionen ihre Kinder nicht mehr zu Fuß gehen lassen, dann sind
das Einschränkungen, die wir nicht in Kauf nehmen wollen. Nachdem die überregional bereits vorhandenen Wolfspopulationen nicht mehr als gefährdet zu beurteilen sind, fordert die Landwirtschaftskammer OÖ eine Änderung der EU-Rechtsgrundlage zur Herabsetzung des Schutzstatus, um eine praxistaugliche Ko-Existenz von Wolf und Nutztier in Österreich möglich zu machen“, betont Reisecker und er ergänzt: „Die Almbewirtschafter fühlen sich in die Enge getrieben: Sie streben zum Wohle ihrer Tiere die Weidehaltung an und sehen die Beweidung, die ein wesentlicher Bestandteil einer naturnahmen Landwirtschaft ist, seit dem Auftreten des Wolfes in der Region gefährdet. Wenn unsere Bäuerinnen und Bauern die Weidehaltung aufgeben müssen, bedeutet das für die Landwirtschaft Rückschritt, den Verlust von Biodiversität in der Kulturlandschaft und eine Abnahme der Lebensqualität im ländlichen Raum.“

Almen sind kein Spielplatz
Viele Österreicherinnen und Österreicher suchen Ausgleich und Erholung auf den Almen. Dennoch wollen die Almbewirtschafter darauf hinweisen, dass die Alm kein grenzenloser Spielplatz ist. „Die meisten Almbesucher wissen, wie man sich verhält. Trotzdem möchte ich an Wanderer und Radfahrer appellieren, mit den Ressourcen der Natur schonend umzugehen.
Wenn zB Mountainbiker verstärkt Wanderwege befahren, dann gefährden sie dort andere
Menschen“, appelliert Reisecker an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen und
setzt fort: „Die Almen sind ein wertvolles Gut, daher sollten wir bei ihrer Nutzung als Erholungsraum auch an deren Schutz denken.“
Nachdem im vergangenen Winter einige Skigebiete für Skitourengeher höhere Gebühren eingehoben haben, haben sich die Schitourenrouten stärker auf Almgebiete neben den Schigebieten verlegt. Ohne Einverständnis der Grundeigentümer wurden derartige Routen im Internet veröffentlicht. „Solche Aktionen sind nicht gerade förderlich, um einvernehmliches Nebeneinander von Almbesitzern, -bewirtschaftern und Nutzern herzustellen“, betont Reisecker.
Bei Wanderungen durch Weidegebiete sollten Hunde am besten überhaupt nicht mitgenommen werden. Ist der Hund dabei, sollte er an der Leine geführt werden, damit er einer Rinderherde nicht zu nahe kommt. Nur dann, wenn ein Angriff eines Rindes abzusehen ist, soll der Hund abgeleint werden, damit er dem Angriff des Tieres ausweichen kann und dadurch vielleicht auch das Rind vom Menschen ablenkt.
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Landwirtschaftskammer Oberösterreich

Verweise:

www.ooe.lko.at


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