Ischler Tourismusschülerinnen auf Kulturaustausch in Holland
Hoi, hello, salut, guten Tag und Servus, so tönte es den acht Schülerinnen der TS Salzkammergut entgegen, denn gleichzeitig mit ihnen waren auch SchülerInnen aus London, Paris und Dresden in Tilburg zu Gast. So erlebten die Österreicherinnen
mit ihrer Projektleiterin Dipl. Päd. Monika Humer erlebnisreiche Tage bei der Partnerschule De Rooi Pannen.
Bonjour! Where are you from? Ik kom uit Oostenrijk.
Das gemeinsame Erlernen des Niederländischen erfolgte über Englisch. Interessant war der Vergleich, welche Fremdsprachen in den teilnehmenden Nationen in den Tourismusschulen unterrichtet werden: Österreich hat hier eindeutig die Nase vorn, denn mit Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch ist Bad Ischl vor allem den Briten bei weitem überlegen, die – und das war den TeilnehmerInnen sehr unangenehm – keine einzige Fremdsprache erlernen. Dass in Österreich sowohl Tourismus als auch Küche/Restaurant gelehrt wird, war für die übrigen Nationen eine Neuigkeit, denn dort erfolgt die Ausbildung lediglich in einem der beiden Zweige.
Grosses Lob gab es seitens der Prüfungskommission nach dem hervorragend abgelegten Sprachtest, die Freude über die Zertifikate mit sehr guten Noten war sichtlich groß!
Ein Einblick in die jeweiligen Tourismusregionen konnte bei den englischsprachigen Präsentationen gewonnen werden. Kaum aus dem Staunen kamen die ZuhörerInnen als die Ischlerinnen in ihren feschen Dirndl-Gwandln das Salzkammergut, Salzburg und Wien vorstellten. Die zur Verkostung mitgebrachten Manner Schnitten und Mozartkugeln haben neben den charmanten Dirndln bestimmt auch dazu beigetragen, dass die Sympathie für Österreich als Feriendestination gestiegen ist.
Aktivitäten
Zum abwechslungsreichen Besuchsprogramm gehörten das altehrwürdige Städtchen ‘s-Hertogenbosch und die Weltstadt Amsterdam. Bos’sche Bollen nennt sich die süße Versuchung, die nach der Besteigung des Turms der St.-Jan’s-Kathedrale in ‘s-Hertogenbosch eine willkommene Stärkung war. Leider war die Witterung zu schlecht, um den grandiosen Ausblick von der Turmspitze richtig genießen zu können.
Sehr beeindruckend war die Bootsfahrt in den Amsterdamer Grachten, die teilweise zugefroren waren. Hierbei konnte einerseits das traditionelle Amsterdam mit den originellen Hausbooten, den alten Backsteinhäusern, dem Blumenmarkt und den unzähligen Fahrrädern in den kleinen Gassen und andererseits das moderne Amsterdam mit den neuen Bauten im Hafen besichtigt werden.
Ein besonderes Erlebnis stellte der Besuch im Anne-Frank-Haus dar, denn zwei Tage vor der Visite war Miep Gies, die Sekretärin in der Firma von Otto Frank und Helferin während der Zeit im Versteck war, verstorben. Viele (negative) Blitzlichter der Geschichte erscheinen, wenn man sich in den Räumlichkeiten dieses historischen Hauses in der Prinsengracht 263 befindet. Äußerst konträr war anschließend der Spaziergang durch das Rotlichtviertel De Wallen, der bestimmt in Erinnerung bleiben wird.
„Alleine wäre ich bestimmt nie nach Holland gefahren. Ich bin froh, dass ich an diesem Austauschprojekt teilnehmen kann“, meinte Susanna, eine der Teilnehmerinnen.“ Die Bereitschaft, neue Menschen und Kulturen kennen zu lernen und mit bisherigen Erfahrungen zu vergleichen, war erfreulich groß. So konnten die Mädchen nicht nur ihre Fremdsprachenkenntnisse vertiefen und ausbauen, sondern haben mit Sicherheit auch viel fürs Leben gelernt – genau so soll Schule sein!
Diese Woche werden nun die niederländischen Gäste in der Kaiserstadt empfangen, die Ischlerinnen haben ein buntes Besuchsprogramm für die holländischen Gäste vorbereitet und freuen sich schon auf das Wiedersehn!
Fotos: © TS-Humer
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