Sonntag, 07.03.2021
Salzkammergut-Rundblick - Nachrichten für das Salzkammergut
 

Keine Heimopferrente trotz schwerster Misshandlung

Ein wahres Martyrium musste eine Oberösterreicherin wĂ€hrend ihrer „Lehrzeit“ in einem Kloster ĂŒber sich ergehen lassen. Sie wurde von ihrer Klosterschwester psychisch und physisch gepeinigt, bis ihr die Flucht gelang. Heute, fast 60 Jahre spĂ€ter, wird der Pensionistin vom OGH eine Heimopferrente verwehrt. AK-PrĂ€sident Dr. Johann Kalliauer ist entsetzt ĂŒber dieses Urteil und fordert eine sofortige Reparatur des Heimopferrentengesetzes.


Bis zum OGH ging die AK Oberösterreich fĂŒr ein Opfer von Gewalt, das AnsprĂŒche nach dem Heimopferrentengesetz geltend machte. Ohne Erfolg. Denn das Gesetz erfasst zwar Heim- oder Pflegekinder, denen Gewalt widerfĂ€hrt, nicht aber Lehrlinge, die in Einrichtungen untergebracht und dort Opfer von Gewalt wurden. „Laut Gesetz macht es einen Unterschied, ob man als Pflegekind oder als Lehrling geschlagen wurde. FĂŒr mich unverstĂ€ndlich, denn in der Gewalt und im Martyrium fĂŒr die Betroffenen gibt es keinen Unterschied“, erklĂ€rt AK-PrĂ€sident Dr. Johann Kalliauer.


Was war passiert? Die damals 14-JÀhrige war von 1962 bis 1964 Lehrling in einem Kloster im Bezirk Vöcklabruck und sollte zur KindergÀrtnerin ausgebildet werden. TatsÀchlich musste sie Hilfsarbeiten verrichten. Die zugesagte Entlohnung von 500 Schilling monatlich steckte die ihr zugeteilte Klosterschwester ein.


Damit nicht genug: Das MĂ€dchen erlitt wĂ€hrend ihres zweijĂ€hrigen Aufenthalts im Kloster ein unbeschreibliches Martyrium. Physische und psychische Gewalt standen an der Tagesordnung. Ihre Klosterschwester misshandelte sie grauenhaft. Sie wurde geschlagen, mit dem Umbringen bedroht, sie musste „Scheitlknien“ und wurde gezwungen, ihr Erbrochenes zu essen. Die Spitze des Eisbergs war, dass sie mit einem SchĂŒrhaken geschlagen wurde, der in ihrem RĂŒcken stecken blieb.


Ihre Eltern, die sie nur alle zwei bis drei Wochen besuchen durfte, unternahmen nichts – das war damals keine Seltenheit. Erst nachdem das MĂ€dchen in einer Winternacht aus dem Kloster geflĂŒchtet und nach Hause gelaufen war, gaben die Eltern dem DrĂ€ngen der Tochter nach und beendeten das AusbildungsverhĂ€ltnis.


Aus einer Opferstiftung der Katholischen Kirche bekam die KlĂ€gerin einmalig 15.000 Euro als EntschĂ€digung ausbezahlt. Eine monatliche Heimopferrente wurde ihr aber verwehrt, da sie nach Ansicht des OGH nicht zum anspruchsberechtigten Personenkreis des Heimopferrentengesetzes gehöre. Nach diesem Gesetz seien nur Missbrauchsopfer erfasst, die nach Zuweisung durch den JugendwohlfahrtstrĂ€ger – also verpflichtend – in Kinder- oder Jugendheimen untergebracht sind. Das Opfer war zwar im Kloster untergebracht, aber auf „freiwilliger Basis“. Da hier eine rechtliche Möglichkeit zur Auflösung gegeben war, sah der OGH eine unterschiedliche Betrachtung mit Heim- und Pflegekindern gerechtfertigt.


„Der Wortlaut des Gesetzes mag dieses Ergebnis hergeben. UnverstĂ€ndlich ist jedoch, dass der OGH – trotz entsprechender Anregung unsererseits – den Fall nicht an den VfGH weitergegeben hat“, sagt PrĂ€sident Kalliauer. Die Rechtsexperten/-innen der AK Oberösterreich sehen in der ungleichen Behandlung von Heim- oder Pflegekindern und Auszubildenden, die untergebracht sind, einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz. Sie prĂŒfen nun, ob es weitere rechtliche Möglichkeiten gibt, den Fall zu einem positiven Abschluss zu bringen.


FĂŒr PrĂ€sident Kalliauer ist klar: „Wir können solche ungerechten Gesetze nicht akzeptieren, weil es fĂŒr den einzelnen Menschen keinen Unterschied macht, unter welchen UmstĂ€nden er körperliche Gewalt erfĂ€hrt. Daher fordern wir eine sofortige Reparatur dieses Gesetzes.“
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Arbeiterkammer OÖ

Verweise:

ooe.arbeiterkammer.at

 


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